Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 36 (1887)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ein Eheproceß in der Familie Ibn-Tibbon
- Date
- 1887-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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AbhüMimM. Lin Lheprozeß in der Jamilie Zbn>Tiööon Es erregt ein unangenehmes Gefühl, wenn an einer historisch berühmten Persönlichkeit, die man für sittlich unantastbar gehalten und sich dazu berechtigt glaubt, daß sie den atavistischen edlen Wesenszügen nicht untreu geworden sein wird, unversehns ein Makel niedriger Gesinnung entdeckt wird. Von der Dolmetscher-Familie Jbn-Tibbon, welche arabische Werke über Philosophie, Medicin, Mathematik, Astronomie ins Hebräische übersetzt und sie damit einem größeren Leserkreise zugänglich gemacht hat, war der Stammvater I e h u d a Jbn-Tibbon ein Pedant, der in seinem Testaments seinem Sohn Ordnung in seiner Bücherei und Sorgfalt auf Kalligraphie ans Herz legte, aber noch eindringlicher ermahnte er ihn, den sittlichen Wandel einzuhalten. Dieser Sohn Samuel lebte gewiß eben so gewissen- Haft, wie er mit gewissenhafter Treue seine Uebersetzungen veranstaltete. An dem Enkel Moses, dem fruchbarsten Uebersetzer, dessen Biographie man allerdings nicht kennt, hatte man keinen Grund eine unehrenhafte Handlungsweise vorauszusetzen. Dieser hatte einen Sohn Samuel, von dem man bislang weder Gutes noch Schlimmes wußte, da sein Dasein überhaupt unbekannt war. Plötzlich wird in der Bodleiana-Bibliothek Graetz, Monatsschrift XXXVI. 2. 4