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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 12 · p. Seite 534

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 12
Article
Der historische Hintergrund und die Abfassungszeit des Buches Esther und der Ursprung des Purim-Festes
Date
1886-01-01
Page
Seite 534 (sequence 14)
Language
German
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634 Der historische Hintergrund und dis Abfassungszeit des Buches xov ß. ,O q 0 a a y y.ac xaUmr,a1. Allein abgesehen davon, daß das Buch Esther nicht dabei, wie sonst, bemerkt, es sei nach dem persischen und niedischen Gesetze geschehen כדת פרם ומחי, so zeugt dieser Umstand gerade für die Unkenntniß der persischen Sitten von Seiten des Vers. Denn war Mardochai als Wohl« t häter des Königs in das Buch eingeschrieben, so konnte er nicht obskur geblieben sein, da ein solcher, wie Hsrodot's Worte angeben, durch einen Amtstitel Orosanga ausgezeichnet zu werden pflegte. War Mardochai ein Orosanga und so zu sagen decorirt, so durfte Haman nicht wagen, seine Hinrichtung zu verlangen. Die ganze Anlage der Verkettung in der Erzählung des Buches liegt darin, daß Mardochai bei Hofs bis ganz zuletzt vollständig unbekannt geblieben ist. Und doch soll er als Wohlthäter des Königs eingeschrieben worden sein! Nein, der Vers, kannte die Auszeichnung der Orosangen am persischen Hofe durchaus nicht, sondern er wußte lediglich, daß es ehemals Iah rbü cher der israelitischen und jndäischen Könige gegeben hat, und daß in dieselben alle wichtigen Begebenheiten eingetragen wurden. Er setzte daher voraus, daß auch die persischen Könige eine solche Ner chs - Chr onik gehabt haben; diese, nicht etwa ,das goldene Buch der Wohlthäter des Königs" läßt er dem König während seiner Schlaflosigkeit vorlesen. Mit einem Worts, nichteine einzige Stellern Esther weist mit Entschiedenheit darauf hin,' daß der Vers, unmittelbare Eindrücke aus dem Bestände der persischen Monarchie empfangen oder wiedergegeben, und ebenso wenig, daß er in Persien gelebt hat. Manche Züge sprechen gerade dafür, daß Vers. Persaru.m moros nur schlecht gekannt hat. Was die sogenannten echt persischen Eigennamen im Buche Esther betrifft, so ist es wirklich zu verwundern, wie besonnene kritische Ausleger sie gelten lassen konnten. Von den 30 mämilichen und 2 werblichen Eigennamen in demselben klingen die

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