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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 12 · p. Seite 528

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 12
Article
Der historische Hintergrund und die Abfassungszeit des Buches Esther und der Ursprung des Purim-Festes
Date
1886-01-01
Page
Seite 528 (sequence 8)
Language
German
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528 Der historische Hintergrund und die Abfassungszeit des Buches Makkabäer zeit reflektirt, und endlich, daß es wie dieses zuni Zweck hat, die Unglücktichen in Folge des Neligionszwanges und des Vernichtungsdekrets durch ein Beispiel aus der Vergangenheit zu ermuthigen und aufznrichten. Aber während das Buch Daniel für Fromme und Gläubige bestimm; war, so war das Buch Esther für Weltlichgesinuts und Kleingläubige geschrieben, um auch diese zum Ausharren zu bewegen. Damit ist die Teudenzfrage erledigt. Die Zeitfrage ist darin involvirt. Das Buch Esther, welcheS ebenso wie Daniel griechische Elemente verräth und auch dieselbe Zeitlage durchschimmern läßt, kann nur gleich diesem unter Autiochus Epiphanes verfaßt worden sein. Die Zeit läßt sich noch ein wenig näher bestimmen. DaS Buch Daniel ist entstanden, nachdem Antiochus seinen Zug nach Persien bereits angetreten hatte. (Daniel 11,44, verglichen mit 1 Makkab. 3,31 fg)., etwa im Jahre 167. Das Buch Esther scheint etwas früher entstanden zu sein, als Antiochus Feldherren bereits die ersten Niederlagen gegen die Makkabäer erlitten hatten. Darauf spielt B. 6,13 an: wer einmal im Kampfe mit den Judäern eine Niederlage erlitten hat, kann ihnen nicht mehr beikommen und wird immer tiefer fallen. Antiochus' Anwesenheit in der Nähe wird vorausgesetzt, da mit der Erzählung ein Wink gegeben wird, wie man ihn anflehen soll, das Volk der Judäer nicht zu vernichten und ihm beizubringen, welchen Schaden er sich selbst d. h. seinen ohnehin zerrütteten Einnahmequellen zugefügt habe (vgl. oben). Beide Bücher, Daniel und Esther, sind selbstverstündlich in Judäa verfaßt worden. Was gegen diese Zeitlage geltend gemacht wurde und gemacht werden könnte, ist von gar keinem Gewichte. Man berief sich auf die genaue Kenntniß des Vers, von persischen Zuständen und Einrichtungen und auf persische Namen, die so vielfach im Buche Esther Vorkommen sollen. Das eine und das andere

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