Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Der historische Hintergrund und die Abfassungszeit des Buches Esther und der Ursprung des Purim-Festes
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 525 (sequence 5)
- Language
- German
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Esther und der Ursprung des Purim-Festes 52S ten sich zwei Tage und ruhten erst am 15. Adar, darum feierten sie — nicht so — darum feiert jit a n die beiden Tagp (Bergt, oben). Aus dieser eigenthümlichen, gefliffeutlich dunkel gehattenen Darstellung ersieht man — wenn man erst darauf aufmerksam gemacht wird — daß der Zusammenhang zwischen dem Purim-Fest und der Erzählung nur lose ist. Dem Verf. kam aber viel darauf an, diesen Untergrund für die Beglaubigung feiner Erzählung zu gebrauchen. Um den Zusammenhang als unbezweifelt hinzustellen, fügt er den ganzen Schluß hinzu, der erst durch diese Betrachtung verständlich wird. Das Buch hebt besonders hier hervor, daß das Purim-Fest von Mardochai eingesetzt worden sei, und zwar habe er ausdrücklich die Erinnerung an die Rettung damit in Verbindung gebracht '). Er habe einen Brief an die Judäer der vielen Länder gerichtet und in demselben die Geschichte kurz rekapitulirt"). In Folge dieses Sendschreibens von Mar׳ dochai hätten die Judäer das Purim-Fest für die Dauer >) Michaelis und nach ihm Bertheau halten V. 9,20—32 als eiu spätercs Einschiebsel; es gehört aber streng zum Ganzen. Der Verf. will damit dem Einwurf etwaiger Skeptiker Vorbeugen, daß der Zusammenhang zwischen Begebenheit und Fest nur ein snbjectiv erfundener sein könnte. Darum fügt er hinzu, daß M ard o ch a i selbst im ersten Briefe diesen Zu« s am menhang betonthabe. Darum wird noch einmal aus die Begebenheit und dieses Purim-Fest hingewiesen. -) Offenbar ist V. 9, 24—2S eine kurze Rekapitulation der Erzählung, wie sie sich für ein Sendschreiben eignet. Vorausgeschickt muß werden, daß ובכאה לפני המלך sich nur auf ein voraugegangenes substantiv kemin. beziehen kann, also auf Esther. So siebt es Pesch, richtig wieder: אסתיר tWI ומא דעאלח. Höchst gezwungen ist daher die Auslegung, die es sächlich auffaßt ״als e s vor den König kam." ES fehlt ein Saß in diesem Stücke, wie denn überhaupt manche Lücken im hebräischen Texte wahrnehmbar sind, welche die Versionen zum Theil ergänzen. Es fehlt hier ותמצא אמהר חן כעיני הפלך und darauf ונבארה לפני המלך אמר וגי'. Die Erzählung schließt sich an V. 28, an den Satz ואת אשר כתב מדרכי אליהמ an. Der Anfang von B. 23 ist proleptisch im Zusammenhänge mit B. 24,