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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 12 · p. Seite 524

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 12
Article
Der historische Hintergrund und die Abfassungszeit des Buches Esther und der Ursprung des Purim-Festes
Date
1886-01-01
Page
Seite 524 (sequence 4)
Language
German
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524 Der historische Hintergrund und die Abfafsungszeit des Buches Verfasserschaft des Buches in dubio ließ (0. Eing.), hängt mit der Verwebung des Purim-Festes in seine Erzählung zusammen, welche so recht tendenziös erscheint. Der Verf. wünscht-׳, wie schon gesagt, daß die von ihm er» zählten Vorgänge, die Gefahren und die Errettung, von seinen Lesern als wahre Thatsachen geglaubt werden mögen, damit sie daran einen Halt fänden. Eine erzählte Begebenheit kann erfunden sei». Aber wenn sie sich auf eine feststehende Thalsäche bezieht, so kann sie nicht angezweifelt werden. Zu diesem Zwecke flocht das Buch Esther das Purim-Fest ein. Thatsächlich wurde es seit längerer Zeit von allen Judäern in der Heimalh gefeiert und zwar mit großem Jubel und zweitägig. Ans welcher Vcranlassung ist das Wein- oder Faßsest entstanden? Keiner wußte den Ursprung anzugeben, eben weil es sich allmälig hier und dort eingebürgert hatte. So konnte es der Verf. als Unterlage für seine Erzählung gebrauchen. Er brauchte nur dem Worte ״ סורי פFässer" die Bedeutung ״Loos" zu vindiciren und recht eindringlich zu wiederholen: Pur bedeute ״Loos" (פור הוא המרל), nm ein Faktum für seine Fiktion zu haben : daß dos Wein- und Freudenfest des Purim immer und immer den glücklichen Umschwung vergegenwärtige. Daher auch die Zweideutigkeit in der Erzählung desselben: Dar u m feiern es die Judäer (9, 19) und darum sollen sie es stets fe iern! (V. 21). Auch die zweitägige Feier führt er ans denselben Ursprung zurück; sie soll die Erzählung ganz besonders stützen. Sie erinnert, daß die Judäer außerhalb Susa's zur j Abwehr der Judenfeinde am 13. Adar gekämpft und am 44. | ansgeruht haben; darum feiern sie diesen Tag. Die Judäer! in den großen Städten dagegen — ja, so hätte di« Mo« j tivirung für die st ä d t i s che Purim-Feier lauten sollen — aber - dieses Moment konnte der Verf. nicht gebrauchen; darum giebt er ihm eine andere Wendung: die Judäer in Susa wehr-

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