Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Der historische Hintergrund und die Abfassungszeit des Buches Esther und der Ursprung des Purim-Festes
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 523 (sequence 3)
- Language
- German
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Esther und der Ursprung des Purim-Festes. 528 Erbfeinde des judäischen Stammes. Ihr Racenhaß konnte sich an den Judäern, welche für vogelfrei erklärt worden waren, sättigen. Neflektnt das Buch Esther die Zeit des Antiochus Epiphanes und der Makkabäerkämpfe, so hat der Verf. eben damit einen Wink geben wollen, wie gegen diese Feinde am eigenen Heerde gegen Samaritaner, Philister und Gräcosyrer zu verfahren sei, — ganz so wie es zur Zeit des AhaSverus gehalten worden ist, — sich gegen sie zur Wehre setzen, aber nur nicht die Hand an ihr Eigenthum legen; denn das gehöre dem König. Auf keinen Fall dürfe man sich mit dem Könige Überwerfen. Der Verf. hoffte noch auf eine Aussöhnung mit AntiochuS Epiphanes- Sämmtliche Schwierigkeiten schwinden, die bei oberflächlicher Betrachtung des Buches Esther anfstoßen, mit der Annahme daß es keine Geschichte, sondern wie einige Partien im Buche Daniel, der Reflex eines Zeitbildes aus der angegebenen Epoche in historischer Form ist. Die Verschwommenheit in der Zeit der Begebenheit, die gefliffentlich dunkel gehalten ist, gehört eben zur Intention. Der Leser soll nicht erkennen, ob die Erzählung während des babylonischen Exils oder in der nachexilischen Zeit- Epoche gespielt hat. Der Verf. wollte die Geschichte glaublich machen; hätte er sie ganz bestimmt in die letztere Zeit gesetzt und erzählt, daß nach der Rückkehr der Judäer nach Jerusalem Gefahren über dieselben heranfbeschworen waren, so hätte er die Illusion zerstört. Denn die Erinnerungen ans dieser Zeit waren nicht so ganz und gar erloschen. Noch weniger durfte er dis Geschichte in die Zeit der babylonischen Könige versetzen, weil dann di» weite Zerstreuung als historisch unwahr erkannt worden wäre. Man darf nicht vergessen, daß der Verf. sich grade an geweckte Leser wendet, welche in der Geschichte nicht unkundig waren. Zeigt doch selbst der asstdäische Vers, des Buches Daniel Vertrautheit mit der macedonischen Geschichte. Daß Esther die 84«