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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 11 · p. Seite 496

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 11
Article
Der historische Hintergrund und die Abfassungszeit des Buches Esther und der Ursprung des Purim-Festes
Date
1886-01-01
Page
Seite 496 (sequence 24)
Language
German
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496 Der historische Hintergrund und die Abfassungszeit des Buches nun der Berf. des Buches Esther diesen Sprachzwang im Auge, so wollte er diesem rücksichtslosen Verfahren gegenüber die Mil de des Ahasverus betonen: Dieser, wollte er damit sage», über־- ließ es jedermann, die Sprache seines Volkes, die ihm angeborene Sprache, zu reden. Er sei weit entfernt von jedem Zwang gewesen ') — freilich ehe Haman, der Böse, sein Günstling geworden war. Alle diese geflissentlich herangebrachten Züge von der strengen Gesetzlichkeit und der Toleranz des Königs Ahasverus d. h. des Antiochus Epiphanes müffen für die Intention des Vers, mit seiner Dichtung von großer Wichtigkeit gewesen sein. Er konnte daran die Hoffnung auf Errettung knüpfen. Alle Schuld wälzte er einzig und allein auf Haman, den Eczjudenfeind, («ורד היהח־ים), welcher den König bethört und gegen das juväische Volk eingenommen hat. Und dieser Umstand berechtige gerade zur Hoffnung. Ist erst dieser Günstling gestürzt, der König bösen Einflüssen entzogen, sich selbst wiedergegeben, dann könne es nicht fehlen, daß er dieses unerhörte Dekret - ein ga>rzes Volk dem Untergange zu weihen sammt Frauen und Kindern — zurücknehmen werde. Und wie bald ist nicht ein Günstling ge« stürzt — von einem König, der von Launen beherrscht wird! — Dieser Gedankengang liegt durchaus in der Fabel des Buches Esther. Der plötzliche und für die Unglücklichen so günstige U »!- s ch w u n g in der V e r g a n g e n h e i t soll den Unglücklichen in der Gegenwart Zuversicht zum Ausharren einflößen, diese Zuversicht könnte sich auch auf die eigene Unsert i l g b a r k e i t stützen: ״Befreiung und Rettung wird den Judäern auch sonst nicht fehlen (4,14), und das Geschlecht der Dem Sinne nach richtig gab die vulgäre Usbersetzung B. 8, ll wieder: wr irrem&v aviofc xqrjaihxi toig vöfiois avrwv, Ahasverus hat also früher Religionszwans ausgeübt und ihn später aufgehoben.

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