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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 11 · p. Seite 494

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 11
Article
Der historische Hintergrund und die Abfassungszeit des Buches Esther und der Ursprung des Purim-Festes
Date
1886-01-01
Page
Seite 494 (sequence 22)
Language
German
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494 Der historische Hintergrund und die Abfaffungsreit des Buches von Susa zum Gelage eingeladen war und zwar von Groß bis Klein, d. h. Vornehme und Geringe, so waren selbstverständlich die in Susa wohnenden Judäer ebenfalls beim Gelage anwesend. Aber von diesen mochten wohl voraussichtlich Einige Skrupel empfunden haben, von dem Wein der königlichen Tafel zu trinken, besonders wenn es LibationSwein war. Vgl. Daniel 1,8—16:•). Daniel und seine Genossen sträubten sich, von dem Weine des Königs zu trinken. In der That, nur das kann der Sinn des Verses sein. Es war Allen . auch den Jud äern, gestattet, nach ihrem Gesetze zu trinken oder auch nicht zu trinken, Niemand übte Zwang, denn so wollte eS der König. Was soll aber dieser Zug bedeuten? Offenbar will der Vers, damit hervorheben, daß der König aus freien Stücken höchst tolerant gewesen sei. Wenn der König später die Judäer wegen ihrer separatistischen Gesetze verfolgen ließ, so geschah es lediglich auf Eingebung Hamans, nicht aus eigenem Antriebe. Noch ein anderer geringfügig scheinender Zug gehört hier« her. Der König erläßt auf Anrathen seines StaatsratheS den Befehl, daß der Mann, nicht das Weib im Hause herrschen sollte, und dabei ist noch etwas angefügt: 1,22) ומדמי בלשון עטו): daß jeder sich der Sprache seines Volkes bedienen sollte oder dürfte. Dieser Zusatz ist schlechterdings unverständlich, und Maurer hat ganz recht mit seiner Bemerkung: ״postrema verba non intelligo, neque apud interpretes probabilem eorum inveni interpretationem." Hitzigs Vorschlag zur Emendation daß aus כל שוח עסו־ corrumpirt worden sei Dp בלשון ist UNhebräisch und geschmacklos. Der griechische Vertent hat diesen *) In den apokryphischen Zusätzen lbeider Texte) hebt Esther in ihrem Gebete hervor, daß sie bisher von der Tasel der Heiden nichts gegessen, nicht einmal von dem Weingelage des Königs und dem Wein der Libation getrunken habe-

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