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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 11 · p. Seite 483

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 11
Article
Der historische Hintergrund und die Abfassungszeit des Buches Esther und der Ursprung des Purim-Festes
Date
1886-01-01
Page
Seite 483 (sequence 11)
Language
German
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Esther und der Ursprung des Purim-Festes. 483 die später (?) immer häufiger wird. — Und weiter ״Wahr» scheinlich ist daD Buch ein gelehrtes Machwerk, eine r om a n h a ft - h i st o r i s ch e Dichtung." Ist es eine bloße Dichtung, so darf nicht weiter nach dem Zweck desselben gefragt werden. Der Vers, wäre ein Dichter gewesen und hätte gut oder schlecht die Leser mit einer erdichteten Erzählung unterhalten wollen. Nichts desto weniger legt Meier dem Buche Esther eine Tendenz unter. ״Sein Zweck ist offenbar, den palästinensischen Juden die Feier des Purim-Festes, das sie Anfangs nicht bsgehen wollten, zu empfehlen und seinen Ursprung zu erklären." Es muß also eine Tendenz haben. Das ist jedenfalls ein arger Widerspruch. Wenn es einen Zweck hat, so kann es keine bloße romanhafte Dichtung sein- Oder soll es ein Tendenzroman sein? Meier hat sich die Sache nicht klar gemacht. In der That, je fester bei tieferer Betrachtung des Buches die Ueberzeugung wird, daß dessen Inhalt durchweg nicht geschichtlich sein kann, um so mehr drängt sich zugleich die Gewißheit auf, daß der Vers, damit einen Eindruck auf das lebende Geschlecht hat Hervorrufen wollen. Eine Tendenz ist, wie gesagt, dem Buche Esther an die Stirn geschrieben. Dieses zugegeben, müssen mir die Beschaffenheit der Tendenz zu erforschen suchen. Meiers Hypothese, der Zweck des Buches sei: ״die Purim-Feier allgenreiner zu machen," hat wenig Gewinnendes. Es heißt das Pathos deS israelitischen Wesens vollständig, und auch die aus demselben emporgeblühte Poesie und Literatur verkennen, wenn man annehmen wollte, daß ein so geringfügiges Interesse den Vers, bewogen haben sollte, eine Erzählung zu fingiren. Von vorne herein muß man vielmehr annehmen, daß das Interesse, bas ihm die Feder in die Hand gedrückt hat, ein hohes und spannendes gewesen sein müsse. Dieses Interesse oder dieses Pathos muß daher ausgesucht werden und zwar, wie voraufgehend erwiesen, innerhalb der grie«

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