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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 10 · p. Seite 438

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 10
Article
Der historische Hintergrund und die Abfassungszeit des Buches Esther und der Ursprung des Purim-Festes
Date
1886-01-01
Page
Seite 438 (sequence 14)
Language
German
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438 Der historische Hintergrund und die Abfaffungszeit des Buches ...... es natürlich, daß die Monatsanfänge weder mit den athenischen noch mit den niacedonischen znsammenfielem Daher kann es gekommen sein, daß während die Athener und Asiateir das F a ßö f f n n n g s f e st im Beginne der zweiten Dekade zu feiern pflegten, die Judäer das Purim.Fest d. h. das F ä s s e r f e st zwar in demselben Monate, aber zur Zeit des Vollmonds begingen- Gleichheit zeigt sich -ferner zwischen den Pithögieu nnd Choen einerseits und dem Purim andrerseits, so wie bezüglich des Namens und der Zeit, ebenso bezüglich des Modus. Bei beiden herrschte ausgelassene Freude in Verbindung mit W e i n t r i n k e n. Das Purim-Fest wird wiederholentlich besonders ימי משתה ושמחה Tage des Trinkens und der Freude genannt. Endlich besteht die Gleichheit zwi. scheu beiden in d e m Ge s ch e nk e senden, משליח נמות איש לרעה bei Purim und d'ä>(ja nifj,71ea^at bei den Choen. Zwar wird an einer einzigen Stelle in Esther noch einer Eigenheit des Purim-Festes erwähnt, nämlich, ״den Armen Gabe» oerabreichen" 9,22) ומתנות לאכנים), das bei den Anthesterien oder Choen wohl nicht vorkam. Allein diese Eigenheit kan» aus der jüdischen Sitte entsprungen sen, welche in der nachexilischen Zeit die Sorge für die Armen als die höchste Tugend schätzte (vgl. Daniel 4, 24). Bei so merkwürdiger Uebereinstimmung zwischen dem Feste der Pithögiea und dem Purim ist es wohl nicht gewagt, das Letztere von dem Ersteren abzuleiten und als Faß fest anzusehen. Fragen wir uns, woher kam den Judäern dieses Fest? so kann die Antwrrt nur lauten: sie haben dieses, so wie vieles Andere, den um sie wohnenden Griechen entlehnt. Denn ein rein judäisch es Fest kann es keineswegs sein, da das Buch Esther selbst zugiebt, es sei erst in der exilischen oder nachexilischen Zeit aufgekomme». Die alten Hebräer hatten lediglich das natürliche Weinlesefest, das im Herbste mit Gesang und Rausch

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