Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Der historische Hintergrund und die Abfassungszeit des Buches Esther und der Ursprung des Purim-Festes
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 434 (sequence 10)
- Language
- German
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434 Der historische Hintergrund und die Absasiungszeit des Buche» als das Passah begangen und bildete gewissermaßen eine Vor-, fsier zu demselben." So weit E. Meier. Dieser Ecklärungs» versuch fand mit Recht wenig Beifall; denn das Purim deckt sich in keinem Punkte mit dem persischen Nenrnz, nicht einmal bezüglich des Namens. Und welches Interesse mochte der Verf. gehabt haben, die Juden Palästinas für die Feier des persischen Frühlingsfestes zu begeistern? Ist es nicht deut« lich genug angegeben, daß dieses Fest früher gefeiert wurde? Der Vers 9, 19, welcher referirt, daß die Judäer in offenen Städten den 14. Adar feiern, bezieht sich, wenn nicht ausschließlich, so doch gewiß einschließlich auch auf die Judäer in Palästiua. Und woher stammt denn die Gewißheit, daß der Verfasser in Persien gelebt hat? Etwa, weil er persische Sitten treu schilt dert? Damit hat es gute Wege. (vgl. w. u.) Im Gegentheil ist auzunehmen, jeder hebräisch schreibende biblische Schriftsteller hat in Palästina gelebt (auch der Prophet Nachum), das sollte in der hebräischen Litteratur als Axiom gelten. Denn außerhalb Palästinas verstanden die jüdischen Kolonien die hebräische Sprache nicht so gut, um sie schriftstellerisch und naturwüchsig Handhaben zu können. Nur während des babylonischen Exils, das kaum zwei Generationen dauerte weil die Exulanten in dichten Massen zusammenwohnten, hat sich ihre Heimathssprache bei ihnen erhalten und war es ihnen möglich, sich darin schriftstellerisch auszudrücken, aber weder vorher noch nachher. Es wird sich später zeigen, daß der Verf. in Judäa gelebt haben muß, da er gerade die Interessen seiner dort lebenden Stammgenoffcn im Auge hat. Um das Purinr-Fest historisch zn erklären, müssen sämmtlich« Momente, welche dabei Vorkommen, berücksichtigt werden: Der Name, die Zeit, die Doppeltage für Stadt und Land, die Freude, das Trinken, und die G e sch e nkc an Fr eund e. Bleibt eins derselben unerklärt