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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 9 · p. Seite 418

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 9
Article
Die Herrschaft des Christenthums durch Constantins Bekehrung
Date
1886-01-01
Page
Seite 418 (sequence 3)
Language
German
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418 Die Herrschaft des Thristenthums durch Constantins Belehrung. Wahrheit des Christenthums überzeugt gewesen und sich geradezu bekehrt habe, sondern nur, daß er die engen Schranken eines Culius durchbrochen habe, um eine weite Formel für alle Cul« tusarten zu finden, welche die annehmen könnten, ohne sich zu compromittiren und sich selbst untreu zu werden. Das wäre eine sehr glänzende Ehrenrettung für diesen Kaiser, daß er ein erleuchteter Geist gewesen wäre und sich über den Particularismus der römischen, wie der jüdischen, der ägyptischen, wie der christlichen Religion hinweggesetzt habe, um darin den Universalismus einer hocherhabenen Gottheit herauszufinden. Allen diesen vagen Hypothesen über Constantins letzten Beweggrund für die Annahme des Christenthums macht der geistvolle französische Historiker Ga st o n Bo i ss i e r ein. Ende in einer umfassenden Abhandlung: etude d’Mstoire religieuse II la conVersion de Gonstantin (in Revue des deux mondes 1886 Juli p. 51. fg.). Dieser Historiker geht von der von allen zeitgenössischen Quellen, den heidnischen wie den christlichen bezeugte Tyatsache aus, daß Constantin. weit entfernt ein erleuchteter Geist gewesen zu sein, vielmehr voller Aberglauben war, und darin allen römischeu Kaisern, den Ungeheuren wie den bessern gleich kam. Er glaubte an die Einwirkung der Magie und fürchtete die. Amu« fung von Zaubermitteln. Boissier führt daher die aufrichtige Bekehrung dieses Kaisers auf die Umstande zurück, welche bei dem Kriege desselben gegen Maxentius und nach dem glänzenden Siege über denselben (313) wirksam waren. Maxen» tius, Herr von Italien und den angrenzenden Provinzen, hatte .ein Heer gesammelt, welches viermal stärker war als Constantins Armee. Dieser zog demnach mit zaghaften Gefühlen in den ׳Krieg. Nun war das Gerücht verbreitet (so Boissier wörtlich), ״daß Maxentius die Gunst der Götter durch allerhand Anrufungen und Opfer für seine Unternehmung zu gewinnen, versucht hatte.

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