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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 9 · p. Seite 417

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 9
Article
Die Herrschaft des Christenthums durch Constantins Bekehrung
Date
1886-01-01
Page
Seite 417 (sequence 2)
Language
German
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Die Herrschaft de? Ehristenthums durch Constantms Bekehrung. 417 dings weitgehenden politischen Ehrgeiz versprechen? Der größte Theil der Bevölkerung im Römerreiche war noch immer heidnisch und bei der beginnenden Auflösung desselben noch viel anhänglicher an dem alten Cultus, um die Gunst der Götter für sich zu haben. Man hat ausgerechnet, daß die christliche Bevölkerung zur Heidnischen damals nur im Verhältniß von 10 zu 90 gestanden hat. Mögen die christlichen Soldaten in den Legionen noch so zahlreich gewesen sein, die römischen bildeten immer noch die Majorität, und gerade die rohe Soldateska, größtentheils aus den unkultivirten Provinzen zusammmengebracht, betrachtete die römischen Götter als allein Schutz und Sieg verleihend. Burkhardt, welcher von neuem die Geschichte der Zeit Eonstantins einer gründlichen Forschung unterworfen und nachgewiesen hat, daß echt heidnische Inschriften die von diesem Kaiser stammen, von der xia kraus geradezu christlich gestempelt wurden. Burkhardt findet es lächerlich, daß man nach der wahren religiösen Ueberzeugung dieses ehrgeizigen Kaisers fragt. Er vergleicht ihn mit Napoleon Bönaparte, welcher, obwohl nichts weniger als christgläubig, mit dem Papste das Concordat abgeschlossen hat. Der Eine wie der Andere haben sich wenig um die Sache des Himmels gekümmert, sie dachten beide nur an ihre Macht und an ihren Ruhm. ' u Einige Historiker sind der Ansicht, darunter auch Durny, (im letzten Band seiner römischen Geschichte) daß Constäntin in religiöser Beziehung eine Art Eklektiker gewesen sei. Er habe keAen wesentlichen Unterschied zwischen Jupiter und dem Gotte des Judenthums, zwischen Apollo und Jesus, gefunden und habe daher sie sämmtlich unter dem vagen und bequemen Begriff- ״äivinitas“, und damit auch die Völker seines Reiches zu einem Glauben vereinigen wollen, dessen Formen zwar wechseln können, dessen Grundwesen der Cultus eines einzigen Gottes bleibend sest So könnte man nicht behaupten, dH Constäntin von der

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