Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension] / R.
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 363 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeitschrift für die Geschichte der Juden ln Deutschland. 863 die Kirche noch nicht die Macht, die sie später gewonnen; darum wurden die Juden nicht so roh behandelt. Der Judenhaß ist in alter und neuer Zeit von oben kultivirt worden. Daneben soll der Einfluß des Konkurrenzneides, die Lust, die wirtschaftlichen Ri- י valen los zu werden, als in Deutschland ein nationaler Handelsstand aufblühte, nicht geleugnet werden. Dies hat schon lange j: vor Roscher jener einfache Chronist erkannt, der da meinte: j Das Geld der Juden ist die Vergiftung» durch die ste sterben. ״Die Erbitterung, die im spätem Mittelalter das Verhältniß 1 der Christen und Juden kennzeichnet" welche Herr Höniger j sich nicht erklären kann, ist das Werk der Kirche; warum hätten J sonst zur Zeit des schwarzen Todes die tollsten Beschuldigungen gerade nur in christlichen Landen Glauben gefunden? Was j Herr Höniger über die Entwickelung des Geldgeschäfts unter den j Juden sagt, über die Bedeutung der Klöster als Banken, endj!ich darüber, daß die Juden aus dem Waarengeschäft fort und z zum Wuchern hingedrängt wurden, ist sehr schön und lesenswerth. | An diese gelehrte Arbeit reiht sich eine kurze Notiz von E Aronius, die Großes verspricht. Bekanntlich ist eine Stelle im ] codex Theodosianus, das einzige Zeugniß, daß zur Zeit der Röj wer Juden in Deutschland, nämlich in Köln gewohnt haben, j Aronius glaubt die Anwesenheit der Juden zur Römerzeit auch E für Metz Nachweisen zu können. Von einem Metzer Bischof heißt | es nämlich; Septimo Hebraeo est Simeon de sanguine cre- ן tus. Daraus folgt, daß ein Metzer Bischof ein getaufter Jude j gewesen ist. Für die Anwesenheit der Juden in Metz biete1 | der Vers absolut gar keinen Anhalt. j Prof. Breslau bringt wenige Seiten über Juden und Mon- I golen. In diesem Aufsatze wird Grätz nicht erwähnt. Das j könnte einen Leser, der die betreffende Partie im Grätz'schen Buch j nicht kennt, auf die Vermuthung bringen, Grätz schreibe davon gar nichts und Alles, was Breslau hier vorbringt, sei eine Be- 24»