Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension] / R.
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 360 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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560 Zeitschrift für bi« Geschichte der Jaden in 4eutfchl«ntz. eine Gemeinde gebildet haben, deren Genoffen nach der Ansicht Hönigers Grundeigenthum erworben haben und Maglstratspersonen geworden sind? Verdächtig sind-auch die fast durchweg germanischen Namen, welche die vermeintlichen Juden in diesen Urkunden führen, wenn diese Namen auch hin und wieder bei wirklichen Juden Vorkommen. Was liegt näher, als daß in dieser Zeit der zahlreichen Uebertritte die Urkunden hauptsächlich von getauften Juden reden, zumal das Beiwort Jude für die znm Christenthum Uebergetretenen nichts Beleidigendes hatte; dies geht deutlich ans der Thatsache hervor» daßein weitverbreitetes Köl- «er. Partriciergeschlecht den Namen Judden führte und drei Indenhüte im Wappen hatte. Höniger vergißt bei seinen Annahmen ganz, daß die entsetzlichsten Gräuel am Ende des elften Jahr- Hunderts die Kölner Judengemeinde zerstört haben; es läge ihm ob, es »ns plausibel zu machen, wie so rasch dis neue Blüthe entstanden ist. Kann er dies nicht, so werden wir das Beiwort luäaeus in den Urkunden» weit eher auf die jüdische Abstam mung als auf das jüdische Bekenntniß beziehen. S. 75 in einer Anmerkung erinnert sich Höniger, daß- ״man den Zeitpunkt eines zahlreichen Uebertritts zum Christenthum auch in das Jahr 1096 zurückverweisen könnte"; aber er will für die von ihm nach den Urkunden citirten Fälle davon keinen Gebrauch machen; drei Juden sollen kurz nach der Verfolgung, Mitglieder des- Gemeinderaths gewesen sein! Das ist schier unglaublich wenn es auch feststeht» was Höniger aus Grätz hätte lernen könne«, daß die Kölner Bürgerschaft den Juden wohlgesinnt aas; Diese aus jüdischen Quellen fließende Thatsache weiß Höniger als ״deutscher Historiker" nicht. — Daß der Bischof von Köln den Juden während׳ des zweiten Krenzzug es Schutz, gewähvte, beweist noch nicht, daßin dieser Zeit in dee Stadt Köln eine Judengemeinde existirt hat; jedenfalls läßt sich daraus wich»׳ üuf M f0i überwiegendes- Ansehen ihrer einzelne«, Mtglie!-