Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension] / R.
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 357 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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Zeitschrift für bi« Geschichte der Juden m Deutschland. Ü5? Heftes. ״Moses Mendelsohn und die deutsche Literatur" von Franz Muncker. Herr Muncker spricht doch wenigstens nicht äs owvibns rsbus st quibusdam aliis. Freilich sogleich auf der ersten Seite begegnen wir einer Bemerkung, die jeder einiger» maßen erwachsene jüdische Schuljunge berichtigen könnte. Um Mendelsohn auf ein recht hohes Piedestal zu stellen, wird er ״der erste große jüdische Nationalschriststeller, nicht nur der Deutschen sondern der gesammten europäischen Literatur genannt. Dis hervorragenden israelitischen Antoren schrieben entweder hebräisch oder lateinisch; so unter Andern im Mittelalter Moses Maimonides". Das weiß Auerbach besser und dieser schreibt S. 4 dieses Heftes : ״Im Kulturleben ihrer Zeit stehend, schrieben jüdische GelehrteundFroscherihre theologischenWsrke in arabisch er Sprache. Die arabisch-aristotelische Philosophie fand ihre selbstständige Bearbeitung und ihre Anwendung auf das Judenthum in dem klassischen, arabisch geschriebenen Werke des Maimonides". Es ist erstaun» lich in einer Zeitschrift, deren strengwiffenschaftlicher Charakter so laut betont wird, auf Fehler zu stoßen, die schon ein ertraglicher Schüler vermieden hätte. Auch der Redakteur erscheint hierbei in einem eigenthümlichen Lichte- Aber im übrigen ist der Aufsatz Munsters nicht so schlimm, als er nach dieser ersten Probe sich anläßt. Allerdings, wie hoch auch immer Mendelsohn uns steht wegen der Kulturmission, die er im deutschen Judsnthum voll« zogen, und wegen der mittelbaren Wirkungen, die er dadurch auf die deutsche Kultur der Neuzeit ausgeübt hat, in der Nationallite« ratur eines großen Volkes nimmt wo! nur der eine bedeutsame Stellung ein, der durch selbstständige Werke diese Literatur bereichert hat. Die Kritik allein, sei sie auch noch so gediegen/ erwirbt solche Rechte nicht. Selbst Lessing, dessen Kritik so genial und schöpferisch gewesen ist, dessen Prosa auf dis Gestaltung des deutschen Stils wirksamer gewesen als selbst die Werke -