Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension] / R.
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 356 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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356 Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland. Mendelsohn hat, wenn ich einmal auf die Methode Auerbachs mich einlaffen will, auch nicht wie Nathan alle seine Kinder auf gewaltsamen Wege verloren; aber wenn Auerbach selbst sagt: L. dachte bei seiner Dichtung gewiß öfters an Mendelsohn und wußte, daß auch viele Leser dabei an denselben als ein lebendiges Beispiel denken würden" was heißt dies anders als: Lessing hat seinem Freunde ein ״Denkmal gesetzt"? Einzig aus Konnivenz gegen einige -sonst vortreffliche deutsche Schriftsteller, die bei aller Verehrung fürLessing, sich mit dem Juden im Nathan nicht gut befreunden können, sollte doch ein Jude an dieser offenkundigen Thatsache, die er doch selbst zugiebt, nicht soviel herummäkeln. Auerbach, der doch sonst Leibnitz, Mendelsohn und Judenthum in allzu engen Zusammenhang bringt, sindet es ״störend", daß M. in dem Verse ״Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe es war sehr gut", dies sehr gut als Superlativ auffaßt. Aber wenn ihn auch Leibnitz bei dieser Erklärung beeinflußt haben mag, so ist doch der Optlimismus grundjüdisch, wie die Citate Mendelsohns aus talmudischen Schriften an der betreffenden Stelle erweisen; rein exegetsche Momente wie die Hervorhebung: Gott sah Alles, was er gemacht hatte, und sodann der Ausdruck ״sehr gut" im Gegensätze zu dem gut am Schluß der andern Schöpfungslage konnten zu dieser Erklärung ohne Weiteres führen. Nachmanides hat den Vers ungeführ ebenso gedeutet. Wollten wir uns noch länger durch diese Abhandlung, dies ״Gebirg von Hirsebrei" hindurcharbeiten, wir müßten noch Vieles kritisiren. Aber daran hindert uns nicht nur der Mangel an Raum, sondern auch der Mangel an Lust. Das Beste an der Auerbachffchen Arbeit ist noch dies, daß er nach der Natur seines Gegenstandes nicht immer selbst das Wort führt, sondern es häufig an Mendelsohn, Lefling u«. a. abgsben muß. Ein besserer Geist waltet in dem zweiten Aufsatz dieses