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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 8 · p. Seite 353

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 8
Article
[Rezension] / R.
Date
1886-01-01
Page
Seite 353 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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Zeitschrift für dir Geschichte der Juden in Deutschland. 353 Auffassung und unklare Stilistik anlangt, immerhin sich zeigen kann: ״Die neuere mit Leopold Zunz beginnende Wissenschaft des Judenthums erkennt nach der Auffassung Abraham Geiger's in der Tradition das Princip des lebendigen Geistes und des Fortschritts nach veränderten Verhältnissen und leitet aus ihm die Berechtigung zu der von Vielen erstrebten Umgestaltung, wie sie in unserer Zeit unabweislich geworden ist, theilweise auch schon begonnen hat. Die Wissenschaft hat sich die Aufgabe gestellt, die Grundgedanken des Judenthums in ihrer Tiefe zu erfassen und darauf hinzuwirken, daß jeder Zwiespalt zwischen Leben und Ueberzeugung aufhöre". Dieses Redensartengemengsel, wo Wahres und Falsches zusammengeworfen wird, wird noch in einigen andern Sätzen weitergeführt, aber es ist kein Vergnügeu so was auszuschreiben, und eine Grenze hat Recensenten» Pflicht. Was würde Leopold Zunz gesagt haben zu dieser Definition der Wissenschaft, der er sein Leben gewidmet hat? ״Das Princip des lebendigen Geistes" ist die Tradition; wir denken die Thora ist erst recht das Princip des lebendigen Geistes; und n>as ist lebendig für ein Beiwort bei Geist? Kann sich Auerbach auch einen tobten Geist denken? ״des Fortschritts nach veränderten Verhältnissen"; nur des Fortschritts?, veränderte Verhältnisse können auch einen Rückschritt bedingen; ״eine Umge, staltung, die unabweislich geworden ist und theilweise auch schon begonnen hat." Wir denken, unbeweisliche Umgestaltungen müssen sich schon vollzogen haben oder eben vollziehen, nicht erst theilmeise beginnen; ״theilweise beginnen" man kann sich nicht bescheidener ausdrücken. Auerbach will natürlich nichts Anderes sagen, als: jede Zeit schafft sich religiöse Einrichtungen, die ihr gemäß sind. Wie verschnörkelt, wie verschoben und verschroben wird dieser schlichte Satz in der obigen Darstellung! Die Wissenschast des Judenthums hat sich nicht ausschließlich die Aufgabe gestellt, die Grundgedanken des Judenthums in ihrer Tiefe zu

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