Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension] / R.
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 350 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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350 Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland. büchlein findet. Aber diese bösen Menschen, die auf die deutschen I Gelehrten des neunzehnten Jahrhunderts so gar keine Rücksicht nahmen, die gar nicht an die Ehre dachten, daß einmal jüdische : Professoren unseres aufgeklärten ZeialterS aus ihnen geschichtliche Kunde werden schöpfen wollen, schrieben unpunktirt. Das ist wirklich fatal! Der auf jüdischem Gebiete Gelehrteste unter all den Herren j ist am Ende — Herr Geheimrath Kristeller der Geburtshelfer. Wie J jetzt die Kommission aussteht, werden wir wol auf alles Material, das aus Hebräisch geschriebenen Werken für die Geschichte der 1 deutschen Juden sich gewinnen läßt, im Wesentlichen verzichten j müssen, wenn nicht, wie vielleicht zu hoffen steht, gute Freunde j aus der Korona ihr unter die Arme greifen.; Auch bei der Wahl des Redakteurs für die Zeitschrift hatte \ d.e Kommission kein besonderes Glück; freilich ist gerade beim z Charakter dieser neuen Zeitschrift, der wol nur ganz gedie-! gene Mitarbeiter durch die Commission werden zugeführt werden, I der Redakteur unwichtig; wir hoffen dem Prof. Geiger möglichst selten in dem von ihm redigirten Journal zu begegnen und gönnen ihm unter dieser Bedingung gern den Glanz, daß er jedesmal mit dicker Schrift auf dem Tittelblatt steht. Es kommt ja nicht auf den Portier an, sondern auf die Gäste. Dieser Hans Dampf in allen Gaffen, der allerdings schon in sehr jun»; gen Jahren es fertig gebracht hat, seichte, schlechte und dick« j Bücher zu schreiben, wird nirgendswo für voll genommen. In dieser ersten Nummer hat er offenbar viel zu frei gewaltet; \ es wäre übereilt und unvorsichtig aus dieser Nummer auf den Charakter des ganzen Unternehmens zu schließen. Die yj gelehrten Männer, die sich der Sache angenommen haben, werden <j bald merken, daß ein Blatt, das unter ihrer Aegide in's Leben j tritt, nicht bei einigem Weizen so viel Spreu, nicht so fade und | inhaltslose Artikel enthalten darf; sie werden Remedur ein» z treten lassen und dem Redakteur schärfer auf die Finger sehen;