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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 7 · p. Seite 323

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 7
Article
[Rezension]
Date
1886-01-01
Page
Seite 323 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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. Recension. 323 Selbsthilfe durch Association gegenüber der Staatsversorgung, Freilich soll sie schließlich die Gesellschaft in einen Zustand des idealen Sozialismus hinüberführen. Näher auf den zweiten Theil, in welchem Steinthal die Darstellung der Ideen oder die Formen des sittlichen Lebens!behandelt, hier einzugehen» würde zu weit führen. Im dritten Theile bewegt sich der Verfasser auf einem Gebiete, auf dem dessen Meisterschaft anerkannt ist. Steinthals Ethik will die Idee mitten in die mechanische Weltanschauung Hineinfetzen, die Freiheit in und aus der Natur Nachweisen, ein geistiges Reich über dem Reiche der Natur erbauen — die Möglichkeit dieses Unternehmens erfordert ״eine besondere Betrachtung, und zwar notwendig vom psy. chologischen Standpunkt". So giebt uns dieser dritte Theil eine psychologische Begründung. Der erste Abschnitt handelt über den Mechanismus der Triebe, der zweite über Besonnenheit und Wille, der dritte über Freiheit und Bildung. Da der Herbartianismus das Seelenleben als einen Mechanismus auffaßt, so wird > es für ihn besonders schwer, in diesem-Mechanismus die ״Freiheit" nachzuweisen. In der That waren Manche nahe!da» ran, den spinozistischen Determinismus als Consequenz der Her' bart'schen Seelenmechanik hinznstetlen. Dagegen hat sich Herbart tüchtig gewehrt in den schon erwähnten Briefen an Griepenkerl. Wenn aber. Herbart hier jede Berührung zwischen Plato und Spinoza zurückweist, so ist er entschieden im Unrecht. Der Gedanke, daß Freiheit Unterordnung unter Gott bedeute *), äußer^ sich zuerst bei Plato» dem Entdecker der noumenalen Welt. Er ist das Problem der von biblischen Vorstellungen und Aus« sprüchen beherrschten religiösen Welt des Mittelalters, bis end- ') ״Die menschliche Freiheit ist Knechtschaft Gottes : Das haben seit drei Jahrtausenden alle wahrhaft tiefen Geister gefühlt", sagt Glogau in den sehr lesenswerten Bemerkungen über die Freiheit ״Abriß der philosophischen Grundwissenschaften" I p. 161 ff.

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