Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 7 · p. Seite 321

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 7
Article
[Rezension]
Date
1886-01-01
Page
Seite 321 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829612-2829620-2876251--23639-2876300
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Ascension. 321 erste Beurtheilung. Es spricht unseren subjectiven Zustand aus, je nachdem er Lust oder Unlust gewährt. Von diesen pathologischen Gefühlen sind nun die ethischen und ästhetischen verschieden, sie beziehen sich nicht auf das Befinden des Subjekts, sondern auf die Objekte. Von der Erkenntniß unterscheiden sie sich da« durch, daß sie nicht auf den mechanischen Zusammenhang gehen, ihre Objekte sind reine Form-Verhältnisse. Sie sollen also for. male Gefühle genannt werden. Mit diesen Unterscheidungen, welche das bedeutsamste Resultat der Einleitung find, ist es Steinthal gelungen, die grundsätzliche Verschiedenheit der Moral von dem Egoismus und dem Utilitarismus darzuthun, ohne darum einen Schritt .über das Erscheinungsgebiet hinauszuqeheu. Das formalem Gefühl spricht nun aber sein Gefallen oder Mißfallen blos aus, ohne eine Antwort auf die Frage zu geben, warum ihm etwas gefalle. Die Gründe des Gefallens oder Mißfallens sind enthalten in einer Darlegung des Inhalts der Ideen. In dem ersten Theile seines Werkes behandelt nun Steinthal die einzelnen Ideen. Er constatirt fünf Ideen: Die Idee der ethischen Persönlichkeit, die Idee des Wohlwollens, die Idee der Vereinigung, die Idee der Rechtlichkeit, die Idee der Vollkommenheit. Diese Jdeenlehre geht zunächst auf die Herbart'sche zurück, diese selbst aber ist nach dem Vorbilde der platonischen Cardjnaltugenden entwickelt. Es gilt dies namentlich von der ersten Idee, der Idee der ״inneren Freiheit". Herbart sagt selbst in seinen Briefen an Griepenkerl (WW IX, 271.): ״Auch wissen Sie, mein theurer Freund! daß ich für die Tugend, welche Platon im vierten Buche der Republik zeichnet, keinen passenderen Namen zu finden gewußt habe, als diesen: Idee der inneren Freiheit." Demnach entspricht die erste der Herbart'schen Ideen, der platonischen awg>q0ffvv7j, welche die sittliche Persönlichkeit consiituirt, und dadurch auch die Darstellung derselben nach außen als dixaioßwnrj zur Folge hat. (®fr. meinen Aufsatz Ztschrft. f.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.