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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 6 · p. Seite 238

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 6
Article
Die allerneueste Bibelkritik, Wellhausen-Renan
Date
1886-01-01
Page
Seite 238 (sequence 6)
Language
German
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238 Die allerneueste Bibeliritik, Wellhausen-Äenan. mit dem Sühnetag aus. Die Vorschrift für diesen Tag im Priestercodex verrathe dessen Jugend, da nicht einmal in der Erzählung im Buch Esra von der Begehung der Feiertage darauf Rücksicht genommen werde (S. IIS). Hätte W. sich die Bedeutung dieses Tages und wie er in dem Priestercodex angeführt wird, klar gemacht, so hätte er nicht auf dieses Argument kommen können. Wie, die Stiftshütte ist noch nicht fertig, es werden erst weitläufige Vorschriften für Bau und Einweihung gegeben, und doch soll schon ein Sündenfarren für dieselbe dargebracht, um den Altar zu sühnen, 7 Tage hintereinander (Exod. 29, 36—37)? Ergänzt wird diese Sühnevorschrift bei der Ein- Weihung der Stiftshütte. Da wird gar angegeben, es soll ein Sühnopfer dargebracht werden, um Ahron und das Volk zu sühnen (Levit. 9, 7). Dieses Sühnen wird noch mehr vervollständigt durch die Vorschrift nach dem Untergang der zwei Söhne Ahrons, das gesühnt werden soll für Ahron, sein Haus, die Gemeinde Israels, das Heiligthum, den Altar (das.!6,16 ff.). Und diese allgemeine Sühne soll jährlich wiederholt werden am 10. des siebenten Monats, d. h. am Jom-Kippurim. War der Gesetzgeber für diese Vorschriften so gedankenlos, daß er eine Sühne für Priester und Volk verordnet hat, die sich bis dahin noch nicht das geringste Vergehen hatten zu Schulden kommen lassen, und gar eine Sühne für Altar und Heiligthum, die noch nicht errichtet waren? Eine Sühne für Schuldlose und Schuldloses? Der Text setzt indeß eine Schuld voraus: ,So soll er (Ahron) sühnen für das StiftSzelt, welches mit ihnen weilt in der Mitte ihrer Unreinheit" (V. 26). Der Gesetzgeber hat demnach nicht gedankenlos eine Sühne für Volk und Stiftszelt vorgeschrieben, sondern weil das Volk in Unreinheit d. h. doch wohl im G ötzen thume steckt, und das Heiligthum dadurch selbst als geschändet und entweiht angesehen wird. Vertieft

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