Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Xenophanes, der angebliche Vertreter des Monotheismus unter den griechischen Philosophen
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 209 (sequence 5)
- Language
- German
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209 unter den griechischen Philosophen. Göttern, wo er, falls er entschiedener Monotheist war, unbedingt von Einem Gotte hätte sprechen müssen. Im Folgenden (S. 10) wird sodann ausgeführt, daß ״in derselben Weise wie in den Fragmenten in den Referaten gerade der zuverlässigsten alten Berichterstatter im Namen des T. von einer Göttervielheit gesprachen wird". L. ist in alter Zeit niemals der Gottlosigkeit geziehen worden, wie Andere, welche den Polytheismus bekämpft und ausdrücklich den Monotheismus gelehrt haben — sicherlich ein beachtenSwerthes Argument. Der darauf folgende Excurs beschäftigt sich vergleichend mit den theologischen Anschauungen anderer griechischer Philosophen, welcher der monotheistischen Ansicht näher kommen, jedoch bemüht sind, dieselbe mit dem Volksglauben mehr oder minder in Einklang zu setzen. Ueber den Werth dieses Monotheismus lesen wir auf S. 16 ein Urtheil, das übereinstimmend mit dem Resultate der oben erwähnten Abhandlung folgendermaßen lautet: Aus den angeführten und zahlreichen anderen Beispielen geht hervor, ״daß die Leugnung der volksthümlichen Anschauungen von den Göttern die griechische Philosophie noch nicht zu stren» gem Monotheismus geführt, daß die klar erkannte Nothwendigkeit, alle Kräfte der Natur auf eine ursprüngliche Einheit zu beziehen, die Annahme einer Göttervielheit nicht ausgeschlosien hat. Weil diese Einheit nicht in einem persönlichen Gotte er« kann!, sondern als eine unpersönlich wirkende Kraft, als ein üeiov angesehen wurde, dessen unbestimmte Wesenheit nach keiner Seite hin scharf abgegrenzt war, konnte man aus dieser Urgottheil andere Einzelgötter wieder hervorgehen lassen und so eine Ver« einigung von Pantheismus und Polytheismus schaffen, die uns oft räthselhaft erscheint, die aber antiker Anschauung vollkommen entspricht". Und auf S. 17 heißt es wieder mit Bezug auf T.: ״Nur dann sind wir berechtigt, die reine Erkenntniß vo>t der Einzigkeit des göttlichen Wesens griechischen Philosophen XXXV ». 14