Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Xenophanes, der angebliche Vertreter des Monotheismus unter den griechischen Philosophen
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 207 (sequence 3)
- Language
- German
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- Homer 1× ep/1025156
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unter den griechischen Philosophen. 207 sündhaften, anthropomorphen Götterwelt den Begriff göttlicher Erhabenheit, Vollkommenheit und Unvergänglichkeit gesetzt, und daß er auch die Lehre vom einig-einzigen Gotte in voller Klarheit der griechischen Welt als der erste Philosoph verkündet habe". Herr Prof. Fr. gelangt in dieser Schrift auf Grund eingehendster Prüfung sowohl der auf uns gekommenen Ueberreste der Schriften des Lenophanes, als auch der Ansichten Späterer über die Lehre von der Gottheit, wie sie sich bei L. findet, zu einem Ergebnisse, an dem die Kritik schwerlich mehr rütteln kann. Es genüge deshalb auf diese Schrift Hinzumeisen und, um den Gang derselben, wenn auch nur flüchtig anzudeuten, Einiges daraus mitzutheilen. Fr. wendet sich zunächst gegen den Beweis für die mono, theistische Anschauung des 3£., den man aus den bekannten Versen herleiten zu können geglaubt hat: ei? &eo? Fv ts itsoZac xal äv&gamoocfi {.isycazog, orte S&iiag SvtjwZacv ofiotZo? ovvs vor^m. Ein Gott ist unter Göttern sowohl auch als Menschen der Größte, Nicht an Gestalt und auch nicht an Geist den Menschen vergleichbar. Er bemerkt dazu S. 4: ״Diese Verse beweisen allerdings, daß Lenophanes einen größten Gott anerkanitt hat, aber einen Gott, der doch eben nur der größte neben andern Göttern, 1uiytazo? iv deoZaiv, ist. Das aber war eine alte Lehre, die Lenophanes philosophisch vertieft haben wird, die aber viele Jahrhunderte vor ihm von griechischen Dichtern ausgesprochen war, der wir schon bei Homer begegnen, wie sie ihre Wurzeln hoch hinauf in die Urzeit der indogermanischen Völker erstreckt und selbst sogenannten Naturvölkern nicht fehlt". In der That ist es sonderbar, aus dieser Stelle, die von einem obersten der Götter') spricht, genau so wie Homer den 1) Anm. Fr. nennt ״den Glauben, daß eine Vielheit von Göttern