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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 5 · p. Seite 206

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 5
Article
Xenophanes, der angebliche Vertreter des Monotheismus unter den griechischen Philosophen
Date
1886-01-01
Page
Seite 206 (sequence 2)
Language
German
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206 Xenophones, der angebliche Vertreter des Monotheismus Spekulation dazu gelaugt sein, den Polytheismus zu verwerfen und den Monotheismus an seine Stelle zu setzen, so bleibt immerhin zu bedenken, daß zwischen diesem sogenannten- Monotheismus und der biblischen Lehre von einem einzigen, rein geistigen und persönlichen Gotte ein gewaltiger Unterschied ist; zu der Erkenntniß Gottes als eines persönlichen Wesens, zu dem der Mensch in einer geistigen Beziehung stehen muffe. haben sich die griechischen Philosophen nicht erhoben. Ob sie sich dazu erhoben hätten, ob die Welt durch die fortschreitende Entwicklung des Menschengeistes auch ohne die jüdische Lehre zu einem geläuterten Gdttesbegriffe gelangt wäre, ist, wie schon bemerkt, schwer zu entscheiden, märe aber im Grunde eine ebenso muffige Frage, wie die, ob wir das Schießpulver erfinden würden, wenn es nicht schon erfunden wäre. Bereits vor längerer Zelt hat Herr Prof. Frendenthal in einer Abhandlung über den ״Gottesbegriff bei den Griechen und bei den Hebräern" (abgedruckt im Jahrbuch für Israeliten, Wien 1866) in lichtvoller Weise mit Berücksichtigung aller hervorragenden griechischen Dichter und Denker die Resultate der griechischen Theologie und ihr Verhältniß zur jüdischen Gotteslehre dargestellt. ״Die Gottheit", so ist auf S. t67 das Ergebniß der Untersuchung ungefähr zusammeugesaßt, ״war persönlich gedacht in der griechischen Dichtung, aber sie war zugleich endlich, unsittlich, in eine Vielheit von Göttern zerspalten; die Gottheit war als geistig, sittlich, einzig gedacht in der griechischen Philosophie, aber sie war eine tobte Kraft, ohne Thätigkeit, ohne Willen, ohne Leben: die Gottheit ist als geistige, sittliche, einzige Person allein in der Bibel gelehrt worden". Nunmehr liegt uns eine interessante Monographie von Herrn Prof. Fr. ״über die Theologie des XenophaneS" vor, jenes tiefen Denkers, von dem man seither allgemein annahm, ״daß er es gewesen sei,- der an die Stelle einer vielfach getheilten.

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