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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 5 · p. Seite 201

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 5
Article
Die allerneueste Bibelkritik, Wellhausen-Renau
Date
1886-01-01
Page
Seite 201 (sequence 9)
Language
German
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Die allerneuest e $ [Beitritt!, Wellhausen-Renan 201 also kein Widerspruch, zwischen dem Verse, welcher von 7 Tagen imb den!, welcher von 6 Tagen spricht. Das Wort עצרת bedeutet demnach in der Bibel [,etwa abgesehen von der Chronik l) rächt ein Fest, sondern eine Feier, welche mit Aufenthalt im Heiligthum und mit Enthaltung von Speisen verbunden war. Es hat beinah die Bedeutung von צום, nur daß diesem das Fasten als Zeichen der Trauer und jenen! das Fasten als Zeichen weihevoller San! m l u n g inhärirt. Die Auslegung: das Schlußfest, welche die griechische Uebersetzuug eingeführt hat: L§oö50r׳, ist so falsch als möglich, . Sie hat übrigens einen geschichtlichen Hintergrund. In den! leidenschaftlichen Streit zwischen Sadducäern und Pharisäern über die Zeit des Wochenfestes und seine Beziehung zun! Pascha lag den letzten! viel daran, zu beweisen, daß beide in nächster Verbindung zu eiuauder stehen. Als einer für die dautalige Zeit überzeugender Beweis wurde geltend gemacht, daß die Pentekoste eigentlich zunt Pascha gehöre, und beide ein einheitlicbes Fest bilden, daher, die Vorschrift, daß man von dem letzten zun! ersten sieben Wochen zählen müsse. Tag für Tag und Woche für Woche. Das eintägige Wochenfest sei im Gründe nur ein S ch l u ß f e st zum siebentägigen Pascha zu betrachten und sei analog dem actjten Tage der Azeret im Verhältniß zu dem siebentägigen Hüttenfeste. Die Pharisäer bezeichneten daher geradezu das Wochenfest als Aze r etfi) und interpretirten *) Gleichgültig ist es für diese Untersuchung, daß die Erzählung von der Tempelweihe unter Salomon und von der freudigen Feier bei derselbe! 14 Tage das Hüttenfest einbegriffen die עצרת übergeht hKöng I, 8, 64--65), dagegen die Chronik sie besonders betont (II, 7,9 — 10). Dem Erzähler der zionigsbücher ׳lag mehr daran, die außerordentliche Freude bei diesem Akte hervorzuheben, dem Chronisten dagegen war es wichtiger zu zeigen, das keine Gesetzesbestimmung dabei verletzt worden sei. Beide Darstellungen sind tendenziös. *) Es ist bekannt, daß die Mischna und der Talmud das Wochen-

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