Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Studien zur Aggadah
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 19)
- Language
- German
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Studien zur Äggadah. 183 erklärt, daß Gott zuerst Israel vor sein Gericht ziehen wollte, als er jedoch die Schadenfreude der übrigen Völker bemerkte, habe er als Klage vorgebracht, ״daß es im Mutterleib seinem Bruder an die Ferse gegriffen habeder hermeneutische Punkt richtet sich hier darauf, die Möglichkeit nachzuweisen, wie man überhaupt eine so nichtige Klage in ernster Gerichtssitzung Vorbringen könne, was folgenderweise geschieht: ״Es gleicht dies einer verwittweten ״Frau, welche ihren Sohn vor dem Richter anklageit wollte. ״Als sie nun sieht, wie der Richter dasitzt, Todesurtheile spricht, ״und hinrichten läßt, denkt sie, wenn ich das Vergehen dieses ״meines Sohnes dem Richter anzeige, wird er ihn sofort hin« ״richten lassen. Was that sie also? Sie blieb ruhig, bis »der Richter fertig war. Als er fertig war, fragte er sie: ״worin hat sich dein Sohn gegen dich vergangen? Sie ant. : ״wortete: wie er in meinen! Leib war, hat er mit dem Fuß ״nach niir gestoßen. Jener fragte: und sonst hat er dir nichts ״gethan? Nein! antwortete sie ihm. So gehe -- sagte je- ״ner — daran ist nichts Sträfliches. Die ganze (skandalsüchtige) ״Welt war enttäuscht und sagte: welch' eine Antwort! welch' ״eine Anklage! sie war nur darauf aus, mit ihrem Sohn ihr ״Spiel zu treiben." In diesen! Gleichniß decken sich die untergeordneten Züge des Bildes und des Gedankens keineswegs; während bei Gott Kläger und Richter zusamnrenfallen, treten fte in der Parabel als Mutter und Richter auseinander, während für Gott das Motiv für den nichtigen Vorwurf in der Schaden, freude der anderen Völker besteht, ist es für die Mutter der Schrecken, den ihr die Strenge und die Todesstrafen des Richters einflößen. Wie wirksam und drastisch eriveist sich trotzdem das Gleichniß in seinem Hauptgedanken und dessen Motioirung! Die allseitig durchgesührte Analogie fehlt na!nentlich bei den Gleichnissen mit der Formelvariante b, (למה היה ־•• רומה n. s. w). Z. B. Piska 1, S. 36: למה היה אוהל מועד חמה? למערה