Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Studien zur Aggadah
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 182 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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182 Studien zur Aggadah. ״sagt er zu ihm: bei deinem Leben! du hast nur die Wahl, j ״eines von dreien zu erdulden, entweder du issest das ekle I ״Zeug auf, oder du erhältst hundert Stockschläge, oder du j ״bezahlst das Geld. Jener spricht: ich will das ekle Zeug | ״essen; er ist aber noch lange nicht mit dem widerwärtigen j ״Essen fertig, als seine Seele sich unbezwinglich dagegen sträubt. j ,Da spricht er: ich will dis Schläge haben; kaum jedoch hat j ״er fünf Stockschläge empfangen, als er spricht: ich will das j ״Geld bezahlen. Findet sich also, daß er ekle Fische gegesien, ״Schläge bekommen und Geld bezahlt hat. Ebenso sprach Gott \ ״zu Pharao, dem Bösewicht: bei deinem Leben! zehn Hiebe f ״wirst du geschlagen, das sinh die zehn Plagen, und dein Geld | ״wirst du hergeben, denn es wird gesagt: ״Und sie leerten f ״die Aegppter aus" (Exod.!2, 36), und die Israeliten wirst j ״du dennoch ziehen lassen, darum wird gesagt: ויהי בשלח פרעה". ] Der König ist wol das Subjekt dieser Parabel, aber ihr wesent- Z sicher Gehalt wird durch den Diener und sein Verhalten bedingt. Der Schlußsatz der Erzählung ist mehr als ihr äußer-! liches Ende, er ist der eigentliche Zielpunkt der Parabel und { muß mit einer gewissen inneren Nothwendigkeit, sie sei psycho- S logisch oder empirisch motivirl, aus der erzählten Begebenheit I sich entwickeln. In manchen Gleichnissen ist die Analogie zwischen dem Begebenheitsbild und dem zu veranschaulichenden Gedanken j eine so umfassende, daß sämmtliche Figuren des Bildes mit s ihrer Situation auch die Nebenumstände und die untergeordneten i Theile des Hauptgedankens getreulich abspiegeln. Es ist dies j bald mehr bald weniger der Fall; aber selbst wenn die Parallelisirung im allgemeinen so wenig exakt als nur möglich durchgeführt wird, die Parabel bleibt wirksam, sobald nur der her-! meneutische Punkt, welcher den Hauptgedanken tu sich birgt, in | den! Schlußsatz klar und deutlich zu Tage tritt. Z. B. Piska jj y S. 76 b. Dort werden die Verse Hosea 12, 3 und 4 dahin