Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Studien zur Aggadah
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 6)
- Language
- German
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170 Studien zur Aggadah. hier: es giebt Menschen, welche bei ihrem Schwiegervater wohnen und dann fortziehen; — Jakob gleicht nicht blos einem solchen, er i st selbst ein solcher. Der Untersatz heißt dann: wer in solcher Lage war, wird beim Umzug, wie die Erfahrung beweist, unbedeutende Gegenstände aus des Schwiegervaters Eigenthum mit oder ohne Vorwissen mit sich nehmen; — Jakob mar in solcher Lage, und trotzdem bildet er eine glänzende Ausnahme von dieser Regel. Die Parabel, mit בנוהג שבעולם oder טנהגו מל עולם an der Spitze, geht also in der Regel, wie schon der Wortlaut der Formel besagt, von einem allgemein menschlichen Erfahrungssatz aus und sucht zumeist an der Folgerung, die sich daraus ergiebt, das gegensätzliche Verhalten des vorliegenden Gegenstandes in voller Schärfe zu charakterisiren. Nur zwei Gleichnisse dieser Gattung weichen in unserer Pesikta davon ab, indem sie sich auf die positiven Gleichungspunkte in den beiden Gegenstücken richten und ihre Nutzanwendung oder Aufklärung mit 12 einführen. Das eine ist das vorhin übertragene aus Piska 12 S. 101a. Das andere befindet sich in Piska 9 S. 73 a'): ') Als Urheber dieses Ausspruchs wird '212 1' יהווה genannt, eine mystische Persönlichkeit, welche als יהווה ב״ר noch zweimal in der Pestkta auftritt S. 49 a u-nd 79 b. Schwerlich kann ein Name, zumal an diesen Stellen, so gelautet haben, vgl. Frankel מבוא הירושלמי S. 91 a Schlgw. יהווה בר חייה; es für ר׳ יוון ברבי zu nehmen, wie Buber מורש תנחומא מבוא B. 1 S. 50 Not. 105 erklärt, geht in unserer Pesikta nicht an, weil derselbe hier niemals anders wie schlechtweg ר' יוון genannt wird. Eine Korruptel ist unzweifelhaft. Vielleicht dürste man S. 49 a und 97 b יהווה בר נחמני lesen, es ist der יהווה, dem der Titel Rabbi abgeht, und der fast durchwegs ohne solchen Titel angeführt wird. Für den vorliegenden Ausspruch S. 73 a möchte ich als Autor ר' יהווה בר אלעאי vermuthen, da derselbe unmittelbar auf R. Meir folgt, und ihm in der Pesikta, wo er nicht ר' נחמיה gegenübersteht, stets des Vaters Name beigefügt wird. Die Parallelstelle Wajikra rabbah x. 27 hat ר״י ב״ר, entsprechend der Pesikta, in der das dunkle ב״ר in das doch weniger dunkle ברבי erweitert» wurde. Die beiden Tanchuma-Spezies lesen an der analogen Stelle ר' יהווה כר אמי, welcher Name in der Pesikta überhaupt nicht vorhanden ist. Wajikra