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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 4 · p. Seite 163

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 4
Article
Ein Wort über das jüdische Gebet
Date
1886-01-01
Page
Seite 163 (sequence 8)
Language
German
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in Folge des Regens das Getreide ausschießt — die Lebenden in Gnade". Die dritte Benediction . . . rwnp, oder auch schlechthin קחעה, hat die Heiligkeit Gottes, die höchste Vorstellung, die wir mit dem Gottesbegriff verbinden, zu ihrem Inhalt, und dürfte es nicht mehr an der Zeit sein, ans dieselbe, die als die er. hebendste angesehen wurde, den Peitanim für ihre liturgischpoetischen Ergüsse als der Mittelpunkt des Gottesdienstes galt, und in verschiedenen Versionen sich findet, näher einzugehen oder die anderen Benediclionen ausführlicher zu besprechen. Es sei daher nur gestattet zu bemerken, um den Geist des jüdischen Volkes und den Charakter seines Gebetes, worin eben sein eigener Charakter sich kund giebt, zu kennzeichnen, daß die erste Bitte, die Israel in der 4. Benediction an Gott richtet, eine Bitte um Erkenntniß ist, mit den schlichten Worten : ״Du begnadest den Irdischen mit Vernunft, lehrest den Menschen Einsicht, so begnade uns von Dir aus mit Erkenntniß, Wiffen und Einsicht, gepriesen seiest Du . . Spender der Einsicht. Wie Israel über des Menschen Adel und Bestimmung denkt, dies ist in diesen Worten hinreichend angedeutet. Gott begnadet den Menschen mit Vernunft und spendet dem Irdischen Lichtstrahlen der Erkenntniß; er hat den Sinn für Wahrheit. Religion und Gesittung in des Menschen Geist und Gemüth gesenkt, so daß einem Jeden eine höhere Eingebung innewohnt, die er als seine Ueberzeugung, man möchte beinahe sagen, als eine Offenbarung in sich trägt, und diesen Geist zu bilden, um höhere Erkenntniß, höhere Gesittung zu erlangen, soll des Menschen erstes Streben, erste Bitte sein. Auf die Heiligkeit Gottes in der dritten Eulogie folgt die Veredelung, die Vervollkommnung des ihm ebenbildlichen Menschen in der vierten. An die letzte Bitte, die bereits besprochene 17. Benediction, reiht sich zum Schluß הודאה, das Dankgebet an, deffen tiefen

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