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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 4 · p. Seite 157

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 4
Article
Ein Wort über das jüdische Gebet
Date
1886-01-01
Page
Seite 157 (sequence 2)
Language
German
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Ein Wort über das jüdische Gebet. 187 Volkes Israel und es schaue unser Auge, wenn Dn zurückkehrst nach Zion in Barmherzigkeit, gepriesen seiest Du, der Du einst wieder in Zion thronen wirst". Hier wird einerseits in den Worten: ״Nimm die Opfer Israels in Liebe wohlgefällig auf" das Bestehen des Tempeldienstes, und andererseits in den Worten: ״Führe den Dienst zurück in die Hallen Deines Tempels" dessen Zerstörung vorausgesetzt, und dürste diese Schwierigkeit durch folgende Annahme zu erklären sein: Diese Benediction lautete ursprünglich, wo sie im Tempel von der anwesenden Vertretung der Israeliten und den Priestern im Anschluß an den Opferdienst gesprochen, und darum עמדה genannt wurde, etwa so : Habe Wohlgefallen Herr unser Gott an Deinem Volke Israel und seinem Gottesdienst, und nimm die Opfer Israels und seine Gebete in Liebe wohlgefällig aus und es sei Dir stets wohlgefällig der Dienst Deines Volkes Israel: Gepriesen seiest Du , dem allein wir in Ehrfurcht dienen. Im Hinblick ans die Worte der Tora, daß das Opfer לרצון zum Wohlgefallen sei, und in Rücksicht darauf, daß das Opfer für ganz Israel dargebracht wurde, das vertreten aber nicht anwesend war, kam in dieser Benediction ausnahmsweise anstatt ״wir" in der ersten Person drei Mal das Wort ״Israel" (in der dritten Person) und drei Mal das Wort ״Wohlgefallen" vor, und mußte gerade hier der Gedanke, daß es der Ewige ist, dem allein Israel Verehrung zollt, seinen angemeffenen Ausdruck finden in den Worten: ״Gepriesen seiest Du.., dem allein wir in Ehrfurcht dienen". Diese Schlußform wird von den ältesten Quellen bezeugt, und ist sie auch in dem entsprechenden Gebete מה»« po in den Worten: ״ לפניו נעבור ביראה ופחדIhm wollen wir dienen in Ehrfurcht und Scheu" wiederzufinden. Nach der Zerstörung des Tempels änderte man nun diese Benediction dahin, daß sie eine Bitte um die Wiederherstellung des Tempeldienstes enthielt, ihre ursprüngliche Fassung mochte man aber hier aus Pietät nicht

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