Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Leistung des Advocaten Dr. Kopp im Prozesse Rohling-Bloch
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 9)
- Language
- German
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Leistung des Advocaten Di. Kopp im Prozesse Rohling-Bloch. 153 mudjuden" in Wort und Eid nicht zuverlässig seien, auf Seite 73, 91, 92, 93, 95, 96, 126, 127 unseres Buches Parallelen aus Kirchenvätern, aus dem corp, jur. can., ja aus den Oesterreichischen und Deutschen Gesetzbüchern noch des vorigen Jahrhunderts entgegengestellt, die jedem Verständigen die Lust nehmen nrüssen, den vor beinahe 1400 Jahren abgeschlossenen Talmud zu verunglimpfen. Er kann sich wahrlich sehen lassen neben diesen Stellen. Das traurigste Beispiel aber Rohlingsscher Verwilderung erzählt uns das Capitel unseres Buches, das überschneben ist: das Blutrituale (S. 154•—184). So etwas muß vollständig gelesen und kann nicht gedrängt nacherzählt werden. Eines aber möchte ich als meine PrivaLmeinung aussprechen. Die Sachverständigen konnten ja nur bestätigen, was Franz Delitzsch in Bezug ans die von Rohling neu entdeckten Stellen über das ״Blutritual" mit einer gar nicht mehr zu übertreffen.׳ den Gründlichkeit gesagt hat. Rohling steht ja hier thalsächlich an der Uebergangsgränze von Trug zu Wahnsinn. Ich meine aber, daß die abschließenden Worte der Sachverständigen: ״Und so sind denn alle schauerlichen Riten des Menschenopfers, welche Prof. Rohling hier findet, G e b i l d e s e i u e s G e i st e s. Bei Anwendung von nur ein wenig philologischer Methode hätte er nicht darauf kommen können" daß diese Worte sage ich, in einer Beziehung für den Zustand des Rohling'schen Geistes nicht charaeteristisch sind. Rohlings Geist hat in den Stellen aus Sohar und Vital ganz gewiß gar nichts gefunden, da er sie nicht viel bester versteht als chinesisch. Wenn Rohling etwas mit hebräischen Buchstaben Geschriebenes versteht, was ich durchaus nicht leugnen will, so gehört ganz gewiß weder der Sohar noch die phantastische Schrift des Chain! Vital dazu. Aber er brauchte eine Blutstelle, er sagte, wenn auch nicht ״ein Königreich" für eine solche Stelle, doch gewiß so und so viel hundert Gulden.