Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Leistung des Advocaten Dr. Kopp im Prozesse Rohling-Bloch
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 8)
- Language
- German
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152 Leistung des Advokaten vr. Kopp im Prozesse Rohling-Blochübersetzen, ev. zu erläutern. In fünf Monaten beendigen die Sachverständigen ihr Gutachten, das 190 Bogen stark ist, so daß dasselbe Ende Juni 85 in die Hände der gerichtlichen Behörde gelangt. Nicht unerwähnt bleibe die interessante Episode, die in Kopp zu lesen ist, daß nämlich der namhafte Orientalist Professor Bickell in Jnsbruck, katholischer Priester, die Ausforderung Kopp's als Sachverständiger sich vernehmen zu lasten, mit einem Briese beantwortet, in welchem der gelehrte Mann bittet, ihn von der Pflicht sein Gutachten abzugeben zu dispensiren, da er, ein alter Freund Rohling's, gegen diesen werde zeugen müssen. Zugleich enthält der Brief eine Enthül׳ lung, die sehr charakteristisch ist und die ich bitte auf S. 26 des Buches nachzulesen. Doch kommen wir wieder zum Gegenstände. Die Vorbereitungen für den Prozeß waren beendigt, die Schwurgerichtsverhandlungen gegen Bloch, für welche nicht weniger als 13 Tage in Aussicht genommen waren, sollten am 18. November 85 beginnen. Da überrascht Rohling die Welt damit, daß er seine Klage zurücknimmt. Kopp sagt: ״Es sollte Licht werden — vor dem Lichte verbirgt er sich". Aber dieses Licht, das durch die Begabung des großen Sachwalters der Welt ist angezündet worden, leuchtet in dem Buche, das wir hier anzeigeu. Ich sage nur: Kaufet und leset. Selbst der Talmudkundige, der ja längst durchschaut hat, daß Rohling keine Seite im Talmnd gelesen hat und lesen kann und der daher durchaus nicht überrascht ist, was auch Rohling von den Sachverständigen Ungeheuerliches nachgewieseu wird, kommt dennoch auf seine Kosten durch die reiche Belehrung, die er in dem Buche empfängt. Mit dem Wahrheitssinn, der Herrn Kopp ' auszeichnet, werden den talmudischeu Verordnungen in Bezug aus Ketzer und Andersgläubige, die Herr Rohling — man denke nur Herr Rohling — nicht tolerant genug findet, werden ebenso den Rohliugschen Behauptungen, daß die ״Tal-