Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Leistung des Advocaten Dr. Kopp im Prozesse Rohling-Bloch
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 5)
- Language
- German
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Seiftun g des Advocateii vr. Kopp im Prozesse Rohling-Bloch. 149 Entlarvung Rohlings als eines Ignoranten und Lügners, um den ״Talmudjuden" desselben, in welchem Delitzsch mehr eine Schmach für das Christenthum als für das Judenthum sah, zu beseitigen. Aber es gelang nicht. Denn, wie Kopp bemerkt (Seite 12) ״die edle Sprache, die wissenschaftliche Methode eines Delitzsch konnte bei dem hohen und niederen Pöbel mit Rohling'scher Sprache und Methode nicht erfolgreich koncurriren. Wer Beweise für die Nothwendigkeit mittelalterlicher Behandlung der Juden sucht und sie endlich bei Rohling gefunden hat, noch dazu bei einem Professor, der so schrecklich gelehrt ist und doch dieselbe gemeinverständliche Sprache führt, die man in den Versammlungen beim Rotheu Ochsen und beim Grünen Bären hört, der läßt sich diesen kostbaren Mann nicht nehmen". Jndeß Rohling mich den ״Talmndjuden" noch nicht populär, i. e. pöbclthümlich genug gefunden haben. Nach Kopp kann man erst in den Journalartikeln, die der Herr Professor in einem Wiener Blatte, der ״Tribüne", das jetzt verschollen ist, hatte erscheinen lassen ״den ganjeu Rohling" finden. Der ״rituelle Mord" wird jetzt für ihn Lieblingsthema. Er ist zwar nicht im Talmud, auch sonst in jüdinheu Büchern nicht zu zu lesen, meint Rohling damals noch. Aber wozu braucht es denn geschrieben zu sein? Es ist erstens mündliche Geheimlehre der Juden und zweitens will Rohling darauf schwören. Diesen journalistischen Thaten tritt Or. Bloch entgegen und bezeichnet Rohling mit so schmeichelhaften Namen, daß man >neint, ein Professor dürfe das nicht auf sich sitzen lassen, er müsse klagen. Rohling klagt nicht. Da kommt ein Fall, der ganz für Rohling geschaffen war, der Fall von Tisza Eszlar, ein Fall, dessen er sich mit Paterzärtlichkeit annahm, überzeugt, wie er wahrscheinlich war, daß diese Fälle und seine Schriften eigentlich im Verhältniß von Kindern zum Vater stehen. Auch erhebt er sich da zu seiner vollen Höhe. Man höre!