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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 4 · p. Seite 148

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 4
Article
Leistung des Advocaten Dr. Kopp im Prozesse Rohling-Bloch
Date
1886-01-01
Page
Seite 148 (sequence 4)
Language
German
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148 Leistung des Advocaten vr. Kopp im Prozesse Rohling-Bloch. den Talmud nicht kennt, die Möglichkeit einer Tänschung aus׳ zuschließen scheint. Die letzten Scrupel aber, ob mau ihm glauben solle, beseitigt Rohling durch einen Eid, oder vielmehr durch Eide, die er zum Theile schon geleistet hat, zum Theil noch künftig zu leisten bereit ist. Welche Beruhigung für die Antisemiten höherer. Ranges dieser Professor, dieser Priester, dieser Eidesleister! Man hat doch schließlich auch ein Gewissen, die Juden sind doch so zu sagen auch Menschen. Seit man aber durch Rohling weiß, daß der Talmud die Juden zu allen Ver« brechen anleitet, müssen doch eigentlich die Juden selbst einsehen — bekanntlich eine Lieblingswendung stilvoller Antisemiten — daß sie auf Schonung keinen Anspruch haben. Ein wenig störend freilich hätte für protestantische Antisemiten sein sollen der für Rohling ja ganz natürliche Umstand, daß er von Luther, den Reformatoren und der Reformation weder inhaltlich noch in der Form anders redet als von den Juden. Man lese diese Ausbrüche zügelloser Rohheit bei Kopp S. 7 ff. Aber die Herren lesen den ״Talmudjuden", der ihnen paßt und kennen die Nohlingsche Schrift: ״Der Antichrist und das Ende der Welt" nicht. Nun, jetzt können ja die Herren den Extract Rohlingscher Schriftstellerei auch nach dieser Richtung ohne große Mühe bei Kopp (l. l.) kennen lernen. Hätte Kopp nicht Gelegenheit genommen, den ״ganzen Roh» ling" zu studicen, er wäre zu dieser seinem Herzen so viel Ehre machenden Wärme für seinen Gegenstand nicht gekommen. Aber ich kann mir den Eindruck denken, den ein wahrheitsliebender Ehrenmann wie Kopp empfing, als er sich, wie er mit Entrüstung sagt von ״der beispiellosen und frechen Verlogenheit des K. K. Universitätsprofessors" überzeugte. Hat doch auch dieselbe Wahrnehmung einst Franz Delitzsch die Feder gegen Rohling in die Hand gedrückt, dem großen Gelehrten, dem in seiner Gewissen- Hastigkeit der naive Glaube wohl anstand» es genüge die

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