Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Leistung des Advocaten Dr. Kopp im Prozesse Rohling-Bloch
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 6)
- Language
- German
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150 Leistung des Advoeaten vr. Kopp im Prozeße Rohling-Bloch. Unschuldige Menschen stehen vor Gericht unter der das Jahrhundert schändenden Anklage eines ״rituellen Mordes". Aus Bssorgniß, die Leute könnten möglicherweise nicht geköpft werden, schreibt Rohling an den bekannten Antisemiten Onody, er habe jetzt ein jüdisches Buch entdeckt, in weichem klipp und klar der rituelle Mord vorgeschrieben sei. Sollte Jemand an der Richtigkeit der staunenswerthen Entdeckung zweifeln, nun wozu wären denn die Eide da? Columbus-Royling will schwören. Das ist dem Dr. Bloch denn doch zu arg. Er tritt aufs neue gegen Rohling auf und zwingt denselben durch seine Artikel ״das Angebot des Meineides", welche in Worten gerechter Entrüstung und Erbitterung abgefaßt sind, zur Klage. Die Quint, essenz der Blochschen Artikel ist bei Kopp S. 17 und 18 zu lesen, und in der Thal, solchen Artikeln gegenüber schützt auch Dickfelligkeit nicht. Wer so angegriffen wird, muß seine Ehre Herstellen, wenn sie eben herstellbar ist. Daß sie es nicht war, zeigt der merkwürdige Verlauf des Processes. Herr Kopp unternimmt die Vertheidigung, die ja nur bestehen kann in dem Beweis der Wahrheit, daß das Bild, welches Dr. Bloch von Rohlings Büchern, Artikeln und ihm selbst entworfen hatte, so überaus traurig es ist, dennoch nach der Natur gezeichnet war. Wie schwierig ein solcher Wahrheitsbeweis zu führen war in einem Falle, wo sich die Lüge hinter einem Walle von schein, bar undurchdringlicher Gelehrsamkeit verschanzt hatte, und wo selbst der Nachweis der Rohlingschen Ignoranz ja immer noch nicht identisch war mit dem erforderlichen Nachweis, daß hier absichtlicher Trug, der auch vor bewußtem Meineid nicht zurückschrecke, sein Wesen triebe, das möge man bei Kopp Nachlesen- Aber Dr. Kopp überwindet alle Schwierigkeiten. Ich theilte nun, sagt er S. 21, die Angriffsobjecte in zwei Hauptgruppen in eine, zu deren Beurtheilung die Kenntniß der hebräischen Sprache, der talmudisch-rabbinischen Litteratur und der jüdischen