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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 4 · p. Seite 147

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 4
Article
Leistung des Advocaten Dr. Kopp im Prozesse Rohling-Bloch
Date
1886-01-01
Page
Seite 147 (sequence 3)
Language
German
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Leistung des Advocaten vr. Kopp im Prozesse Rohling-Bloch. 147 so zu disponiren und darzustellen, daß er fast dramatische Lebendigkeit gewinnt, macht die Lectüre des belehrenden Buches zugleich zu einer spannenden und genußreichen, die eben durch keine Auszüge aus der Schrift ersetzt werden kann. Hier einige Punkte, die uns besonders interessant erschienen sind. Der Antisemitismus leugnet bekanntlich, daß die Quelle, aus der er entsprungen, religiöser Fanatismus sei. Er zählt gegenwärtig unter seinen Adepten so Viele, die mit der eigenen Religion auf gespanntestem Fuße stehen, daß es nur natürlich ist, wenn dieser Theil an die eigentliche Jugend- und Ursprungszeit des Antisemitismus nicht gern erinnert wird. Von den einstigen Jahrhunderts langen Verfolgungen der Juden um der Religion willen ist ja dieser Species von Antisemiten nicht mehr die Religion, sondern nur die Verfolgungssucht geblieben. Das sagt man nicht gerne weder sich noch Anderen. So werden denn sociale Motive für die neue Verfolgung der Juden aufgesucht, als ob die Ausnahmestellung derselben von Constantin bis in die neueste Zeit hinein als Beweggrund gehabt hätte sei es die bösen, sei es die guten Eigenschaften der Juden und nicht vielmehr ganz allein die Thatsache, daß die Juden keine Christen sind. Das wird sehr belehrsam und gründlich auf S. 2 ff. von vr. Kopp auseinandergesetzt. Ebenso lesenSwerth ist seine Erklärung des beschämenden Umstands, daß Rohling's Schriften einen Absatz fanden, wie sie weder die Schriften Kant's oder Göthe's noch selbst berühmter Romanschriftsteller gefunden. Einmal lag das, sagt vr. Kopp, an dem geradezu Verblüffenden, was R. über die Juden behauptet. Dann daß er es in einer Sprache sagt, die in dem niedrigsten Sinne des Wortes volksthümlich ist. Und endlich daß er seine Behauptungen mit Hunderten von Citaten aus dem Talmud und den späteren jüdischen Schriften unterstützt, die für denjenigen, der den K. K. Professor Rohling nicht kennt und 10»

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