Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 140 (sequence 19)
- Language
- German
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140 Recmswn. studirten, commentirten und wieder commentirten Werkes vor sich» sondern die Bearbeitung jener babylonischen Keilinschriften, welche lange vor dem Talmud entstanden, lange nach ihm bekannt wurden und deren Entzifferer sich freuen, ihren Wortsinn und Zusammenhang, so weit es eben noch angeht, mühselig ergründet zu haben. Und dies ist der Eindruck, den Jemand bekommt, welcher die Uebersetzung mit dem Originaltexte zu vergleichen im Stande ist. Wichtiger und lehrreicher für die weitere Fortführung der Ucbersetzungsarbeit wäre eine Darlegung des Eindruckes, den W.'s Arbeit auf die große Mehrzahl derjenigen Leser macht, für welche sie eigentlich bestimmt ist nnd welche zur Kenntnißnahme vom Inhalt des Talmuds in seinen haggadischen Bestandtheilen einzig und allein auf W.'s Arbeit angewiesen sind. Für einen solchen, mit den Hilfsmitteln allgemeiner Bildung, selbst auch noch mit der Kenntniß der Bibel im hebräischen Urtexte und dem berechtigten Jntereffe an einem so merkwürdigen und vielberufenen Denkmal der altjüdischen Litteratur an die Lectüre vorliegenden Werkes herantretenden Leser wäre auch Vieles, was vom Standpunkte der einfachen Vergleichung der Uebersetzung mit dem Texte unangreifbar ist, unverständlich oder zum mindesten unklar, weil die Agada eben Vieles enthält, was die einfache wörtliche, noch so correcte Uebersetzung keineswegs verständlich macht. Ich erinnere bloß an die exegetische Grundlage vieler Agadasätze, bei denen eine vom Wortsinu sehr abweichende Auslegung des betreffenden Bibelsatzes den Ausgangspunkt und die Pointe bildet. W. hat zwar sehr oft, aber auch dann nicht immer in genügender Weise durch Beisetzung des auSgelegten biblischen Ausdruckes im hebräischen Original und durch Anmerkungen dem Verständniffe nachzuhelfen gesucht, aber es sind auch viele Stellen ohne derartige Nachhilfe geblieben, oder auch durch nicht entsprechende Uebersetzung des Bibelsatzes verdunkelt. Vgl. die Traumdeutungen auf S. 82; die