Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 18)
- Language
- German
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Reeenfion. 139 es vielleicht der ausdrücklichen Bemerkung, daß in dem vor» liegenden umfangreichen Werke die fehlerfreien und durch derartige Versehen nicht enstellten Uebersetzungen gegenüber den auf die gezeigte Weise mehr oder weniger arg zugerichteten Stücken noch immer die bedeutende Mehrheit bilden mögen. Doch die Freude, nach der — ich niöchte fast sagen, aufregenden — Emendations» arbeit an den letzterwähnten Stücken auf gut, jedenfalls correct und verständlich übersetzte Abschnitte zu stoßen, wird durch die Erwägung verdunkelt, daß ein durch die große Ueber» setzung des Midrasch geschulter und vielleicht wie Niemand unter den Lebenden auf eine derartige Arbeit eingeübter, dabei von den besten Intentionen geleiteter ernster Mann, wie unser Verfasser eS ist, seine Arbeit veröffentlichte, ohne sie vorher einer mehrfachen sorgfältigen Durchsicht unterzogen und Vorsichts halber noch der Kritik fremder, die entgangenen Versehen leichter entdeckende r Beurtheilung unterworfen zu haben. Der Talmud ist, wie Wünsche selbst in der Einleitung (p. V) sagt» ״für die meisten Menschen ein mit sieben Siegeln verschlossenes Literatur, werk"; aber wer als Uebersetzer es unternimmt die Siegel von ihm zu lösen und für Diejenigen ein Mittel zur Orien. tirung zu bieten, welche (ib.) ״nur wenige Zeit uud Lust haben, sich in das Tohuwabohu der darin vorgetragenen Gegenstände hineinzuarbeiten und die Tausende von Räthseln und Hieroglyphen zu entziffern", der darf vor Allem mit seiner Uebersetzung nicht ein Litteraturprodukt bieten, welches sich an vielen Stellen wie ein Tohuwabohu liest, ein um so ärgerlicheres, als es in gemeinverständlichem Deutsch auftritt, und der in ihm neue Räthsel und Hieroglyphen häuft, wie ich deren in den obigen Nachweisungen gezeigt habe. Bekömmt man doch manchmal den Eindruck, als hätte man nicht die Uebersetzung eines seit fünfzehnhundert Jahren — seit eS sich von Babylonien aus in alle von Juden bewohnten Ländern verbreitete - ׳ gelesenen und eifrig