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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 3 · p. Seite 116

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 3
Article
Ein Wort über das jüdische Gebet
Date
1886-01-01
Page
Seite 116 (sequence 8)
Language
German
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116 Gm Wort über bas jüdische Gebet. nutzt wurden, insbesondere aber dem Zwecke dienten, daß in ihnen an Sabbaten, Festtagen und auch an jedem zweiten und fünften Tage der Woche, an welchen Tagen die Landleute nach den Städten zu kommen pflegten, Vorlesungen ans der Tora, öfter auch aus den Propheten mit den sich daran anschließenden Erläuterungen — dem Ursprung für unsere heutigen Predigten —, gehalten wurden, und ein gemeinschaftlicher Gottesdienst stattfand. Die Einrichtung der Synagoge und des Gottesdienstes scheint sehr einfach gewesen zu seirr, und war es dabei am allerwenigsten darauf abgesehen, die Sinne gefangen zu nehmen. Wo der Geist sich bilden, das Herz sich erwärmen soll, darf das Auge nicht geblendet, das Ohr nicht betäubt werden. Es dürfte jedoch erst allmälig dahin gekommen sein, daß überall und alltäglich in diesen Synagogen am Morgen und vor Abend ein Gottesdienst veranstaltet wurde, und zwar um die Zeit, in welcher im Tempel das tägliche Opfer dargebracht wurde, so daß die Synagoge in einem gewissen Sinne den Tempel, das Gebet das Opfer vorstellen sollte, und darum auch an Sabbaten und Festtagen, wo im Tempel noch ein besonderes Festopfer dargebracht wurde, in den Synagogen ein besonderer Festgottesdienst, »pia, hinzukam. Die Mischna berichtet, daß nach einer alten Institution, wie die Priester und Leviten in 24 Classen, von denen eine jede in jeder Woche abwechselnd den Tempeldienst verrichtete, so auch Palästina in 24 Kreise getheilt war, von denen ebenfalls ein jeder in jeder Woche abwechselnd beim Opferdienst im Tempel sich vertreten ließ, damit das für Israel dargebrachte Opfer in der Gegenwart der Vertretung desselben, der ״ מעטרותdes Beistandes", vollzogen würde. In der Woche, in der die Vertreter eines Kreises dem Opferdienst in Jerusalem anwohnten, versammelten sich die Bewohner des vertretenen Bezirkes in den Synagogen der Kreisstadt, um aus der Tora zu lesen und einen Gottesdienst abzuhalten. Anfangs dürfte

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