Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Fraben in den Visionen Zecharias
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 543 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829598-2829611-2875895--23238-2875918- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Farben in den Visionen Zecharias. S43 Pferden darstellen. Trotz diesen Versuchen bleiben die Visionen dunkel und die Worte des Propheten räthselhaft. Wir glauben im Folgenden eine einfache Lösung und Er׳ klärung dieser räthselhaften Visionen gefunden zu haben. Ein französischer Gelehrter, M. de Paraney, veröffentlichte die Uebersetzung eines Kalenders aus dem Chinesischen., welcher in Assyrien zur Zeit Alexander des Großen verfaßt sein soll. Es erscheint hierin der Norden durch schwarz bezeichnet, der Osten durch grün, der Süden durch roth und der W e st e n durch weiß, während das Innere die gelbe oder orange Farbe trägt. Diese Darstellung würde es wahrscheinlich machen, daß unter den ältesten Völkern die Sitte bestand, die Weltgegenden durch Farben zu bezeichnen, nnd wir hoffen in der folgenden Unter» suchung dieses noch deutlicher zu machen. In der ersten Vision erscheinen Roste von der Farbe שרקים. Die Bedeutung dieses Wortes ist zweifelhaft. Wir glauben, daß der Prophet in Uebereinstimmung mit dem erwähnten Brauch von den Weltgegenden sprach, von welchen Armeen Heranrücken werden und zwar von Süden (roth) von Osten (grün) und von Westen (weiß). Wir lesen daher ירקיים anstatt שרקים. Es er« schiene״sonst sonderbar, daß der Prophet von grünen Rosten gesprochen haben soll, und da im Althebräischen (so wie im Sama« ritanischen?) das S ch i n mit dem Jod große Aehnlichkeit hatte, so sahen sich die Abschreiber veranlaßt, diese Verwechselung vorzunehmen. Noch wahrscheinlicher wird unsere Vermuthnng durch die zweite Vision. Auch hier spricht der Prophet von farbigen Rosten und zwar von rothen, weißen, schwarzen und נרדים אמצים. Die beiden letzten Wörter haben die verschiedensten Deu« tungen erfahren und sind nicht befriedigend erklärt worden. Wir glauben unter^on-o auch grün vermuthen zu dürfen.