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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1885-01-01 · Heft 12 · p. Seite 532

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
34 (1885)
Issue
Heft 12
Article
Die Schicksale des Talmud im Verlaufe der Geschichte
Date
1885-01-01
Page
Seite 532 (sequence 4)
Language
German
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532 Die Schicksale des Talmud im Verlause der Geschichte. Letzteren bei der päpstlichen Curie verwendet hatten, mar Ludwig XIII von Frankreich gegen ihn und den Talmud und bestimmte die Pariser theologische Faculität, beide zu ächten. Aber die meisten Cardinäle, welche in der Commission zur Prüfung der Frage saßen, sprachen sich zu Gunsten Reuchlins und de- Talmuds aus — diese beiden Punkte gehörten damals innig 5^<1מג men. Ein Cardinal Egidio von Viterbo, der sich damals eifrig mi der jüdischen Literatur beschäftigte, schrieb für die Rettung de- Talmuds, wie ein Rabbiner nicht wärmer und beredter hält! schreiben können, in einem Briefe an Reuchlin: ״Das de! Menschen von Gott im Feuer geoffenbarte Gesetz ist für um zum ersten male aus dem Feuer gerettet worden, als Abrahan vom Feuer verschont geblieben, wie man auslegt. Jetzt ist e§ zum zweiten male von Reuchlin gerettet worden, da jene Büche verschont geblieben, durch welche das Gesetz klarer wird uü Licht empfängt, durch deren Untergang es mit der Finsternis ewiger Nacht bedeckt wäre. Endlich in dem Prozeß, in welche׳.! wir in diesem Sommer bei gefährlicher Hitze uns angestreng haben, bist nicht Du, sondern das Gesetz, nicht der Talmud sondern die Kirche bewahrt geblieben, Reuchlin ist nicht vo! uns, sondern wir durch Reuchlin geschützt worden". So schrie! damals ein Cardinal vom Talmud. Das Ende des aufregendeu Streites war, daß der Talmü von der obersten päpstlichen Cardinal-Commission nicht geächtr wurde, Reuchlin behielt Recht, und der Ritter Franz von Seicku! gen zwang durch Ansagung von Fehde die Dominicaner, ihr die Kosten des Prozesses zu erstatten, welche seine Parteinahm für den Talmud ihm verursacht hatte. Der Papst Leo X, welch« mehr politisch, als religiös, die Frage gleichgüliig behandelt! und durch dessen weltliche Gleichgültigkeit die Reformation wäl rend dieses Streites geboren werden und wachsen konnte, di Papst forderte Unternehmer auf, den ganzen Talmud durch de

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