Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Studien zur Aggadah
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 398 (sequence 14)
- Language
- German
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398 Studien zur Aggadah. Wie in diesem Beispiel pflegen auch sonst die Strophen eine gewisse Gleichmäßigkeit und Symmetrie nach ihrem Umfang und ihrer Anlage zu beobachten; indeß sind Abweichungen in jeder Richtung so häufig, daß man den strophischen Gesetzen keine unbedingte Geltung zuschreiben darf. Nur Eines kann man als feststehend betrachten, daß der Refrain, wicwol er in den verschiedenen Homilien an keinen bestimmten Platz ge- Kunden ist, für die jeweilige Homilie stets dis einmal einge» nommene Stelle in sämmtlichen strophischen Gliedern beibehält Zumeist pflegt er die Strophe entweder zu beginnen oder zu schließen, und man kann hiernach diese Homilien wiederum ge» nauer spezialisirsn, als solche mit einem Anfangsrefrain, anaphorische, —und als solche mit einem Schlnßrefrain, epiphorische. a) Homilien, deren Strophen mit einem Refrain beginnen oder bei denen das strophische Schwergewicht auf einem Anfangsresrain ruht, sind die zahlreicheren, und lassen das strophische Gefüge leicht und bald erkenne». Die anscheinend vollständigsten und lehrreichsten Muster dieser Art sind uns in dem Tischri- Piskoth erhalten: Piska 25 S. 160 a die bereits oben angeführte Homilie von der Buße, deren sechs Strophen der Refrain eröffnet (י תשזכתו של״ י קבלתי ותשובתכם איני מקבל שנגזרה עליו גורה קשה הה׳יד; Piska 27 Peth. 2 (S. 168 d) eine Homilie mit sechs Strophen, von denen vier mit dem Refrain beginnen ') Dis Strophen 2 und 3 schlichen mit ותשובתבם איני מקבל; diese Worte hängen mit dem unmittelbar Vorhergehenden nicht genügend zusammen, gehen auch nicht als Schlußrefrain durch alle Strophen hindurch, sie müssen daher gestrichen werden. In Strophe 4, אנשי נינוה betreffend, stört das Stück, von 'וקרעו לבבכם וב an, die Gleichmäßigkeit und paßt auch als Auslegung von Versen aus Joel, wo man die Ausführung solcher aus Jonah erwartet, nicht recht in den Zusammenhang, so daß seine Zugehörigkeit zweifelhaft erscheint. Entweder ist es aus Jerusalemit- Taanith Per. 2 Hal. I interpolirt, oder es muß als ein parcnthetischer Midrasch erklärt werden. --