Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Studien zur Aggadah
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 9)
- Language
- German
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Studien zur Aggadah. 393 scheint gar keine besondere Sorgfalt darauf verwandt zu haben, in seine Ausdrucksweise Abwechselung zu bringen, oder die Monotonie zu vermeiden, und da mol nicht anzunehmen ist, daß er dieses stylistische Grundgesetz nicht gekannt habe oder nicht beobachten wollte, so läßt sich die Vernachlässigung desselben nur dadurch erklären, daß es ihm darum zu thun war, die vorliegenden Grundschriften, soweit es nur anging, möglichst getreu zu kopiren, und daß diese letzteren, als fragmentarische, gelegentliche Aufzeichnungen, auf die Einkleidung des Gedankens keinen besonderen Werth gelegt. Am unzweideutigsten tritt dies bei der Darstellung einer Reihe von Gleichnissen oder Parabeln zu Tags. Sobald mehrere Gleichnisse unmittelbar nacheinander dieselbe Idee in mannigfachen, auf den gleichen Punkt gerichteten Bildern zur Anschauung bringen, wiederholen sich bei denselben die Worte und Wendungen in einem auffälligen Einerlei; in solchen einförmigen Gruppen wird man wol schwerlich ein Strophengefüge erblicken dürfen, weil jedes einheitliche Band fehlt, das sie irgendwie zu einem Ganzen zusammenschließt. So werden beispielsweise Piska 2 S. 15d ff. für die liebevolle Art, mit der Gott den Namen Israels so oft wiederholt, drei Gleichnisse beigebracht. R. Judan gebraucht namens des R. Sa» muel bar Nachmani das Bild eines Untergewandes, das einem König besonders lieb und werth ist, inbetreff deffen dem Diener eingeschärsl wird: lege es behutsam zusammen, staube es aus, habe wol acht darauf u. s. w.; R. Abin gebraucht das Bild eines P u r p u r k l e i d e s , das einem König besonders lieb und werth ist u. s. w.; R. Berechjah das Bild eines Staatstuches, das einem Graduirten besonders lieb und werth ist u. s. w. Diese drei Bilder werden in einem durchaus identischem Wortlaut dargestellt, aber es ist kein Punkt vorhanden, von dem aus sie zu einem einheitlichen Ganzen sich verbinden könnten, und so kann man sie füglich auch nicht als Strophen