Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Die Midraschim zum Pentateuch und der dreijährige palästinensische Cyclus
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 363 (sequence 13)
- Language
- German
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palästinensische Cyclus. 363 Tanchuma erwarten und zwar des Tanchuma, der jetzt zum ersten Male veröffentlicht wurde, da der andere Midrasch dieses Namens, den wir bisher besaßen, durchaus nicht als ein einheitliches Werk zu betrachten ist '). Bevor wir nun unsere Ueberstcht über die Anordnung der Homilien in den Midraschim beginnen, müssen wir noch in Kürze darlegen, in wie weit sich auch die Kapiteleintheilung des Bereschit rabba von den Sedarim abhängig zeigt. Wir haben schon mehrfach auf den besonder!! Charakter dieses Mid, rasch hingewiesen, auf den auch die von uns gegebene Erklärung nicht in gleicher Weise wie auf die übrigen Midraschim zum Pentateuch ihre Anwendung findet. Der Midrasch Bereschit rabba unterscheidet sich von den beiden Tanchumas und den vier anderen Rabbot, daß er nicht Deraschot über einzelne Schriftabschnitte, Texte, Themata — oder wie wir jetzt sagen können: Homilien über die Sedarim enthält, sondern in fortlaufender Reihenfolge, deren Stetigkeit nur gegen das Ende des Werkes unterbrochen wird ־*), die ganze י) Nach dem Urtheile Bnbers (vgl. unsere Anzeige im Januarhefte S. 38 f.) ift dieser Midrasch zu Levitirus bis Deuteronomium aus dem Tanck. d. A. entnommen, zu Exodus repräsentirt er den verloren gegangenen Jelamdenu, zu Genesis haben ihm wieder andere Quellen vorgelegen; aber auch zu den letztgenannten :Büchern finden sich im T. große Entlehnungen aus dem T. d. A., welche sick auf ganze Honülien oder Sedarim erstrecken. E) Schon in der letzten Parascha Zu MN (Kap. 95) hört die stetig fortschreitende Auslegung auf; es sind hier von 34 Versen nur drei (zu Gen. 46, 28; 47, 2 und 27) behandelt. Das ganze Kapitel macht einen befremdenden Eindruck und müßte den 5 folgenden Kapiteln (96 —100) zugezählt werden, auf welche Zunz G. V. S. 256 seine — von Weiß cu a. O. S. 258 f. schwerlich widerlegte — Vermuthung stützt, daß der Midrasch defekt geblieben ist; nur dürste nicht mehr von ״Vaichi" rabba (G. V., S. 3!4) die Rede sein. Sollten sich doch in den letzten sechs Kapiteln Bestandtheile des ächten Beresckit rabba vorsinden (vgl. G. V. S. 250), so würde auch aus den Paraschas zu ויחי hervorgeheu, daß die Auslegung gegen Ende des Midrasch nicht mehr versweise durchgefuhrt war.