Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Topographische und historische Streifzüge
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2829132-2829598-2829604-2875474--22860-2875492- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Topographische und histo rische Streifzüge. 203 und nur wegen seiner Sprachkunde habe ec den allegorischen Nanreu Petachja erworben.? פתחיה זה מרדכי ולמה נוקרא שמו פתחיה פותח דברים ודורשן ויודע בשבעים לשון. Dieser Passus gehört aller« dings nicht der Mischna an, sondern ist aus dem j. Talmud hmsingekommen, denn das. heißt es (p. 48 d) תני פתחיה וה מרדכי בא וראה כמה גחל כוחו של אותו האיש שפותח ברברים ותרע בשבעים לשון. Allein die Dunkelheit ist dadurch nicht vermindert, wie denn die anicheinend als Boraita gegebene Bemerkung auf Combination von Petachja mit Mardochai und auf die Deutung des Namens gekommen ist. Die Anekdoten, welche die beiden Talmude zur Illustration dieses Petachja-Mardochai heranziehen, wie er aus der Zeichensprache von Stummen Localitäten und aus der undeutlichen Sprache von Weibern ihren richtigen Sinn errathen hätte, sind sagenhaft und nur von einem der jüngsten palästi׳ nensischen Amora's R' Jose b. Bun, überliefert. Eine Angabe scheint in dieser Boraita thatsächlich zu sein, daß dieser Petachja sprach unkundig gewesen. ויודע בשבעים לשון; daher zieht der babyl. Talmud מרדכי בלשן aus Nehemia heran, was mehr ein Wortspiel ist, etwa בעל לשון. Daher mag die Combination des Petachja mit Mardochai gekommen sein. War vielleicht dieser Beamte Petachja sprachenkundiq und etwa dazu ernannt, um mit den ausländischen Juden zu verkehren, welche :lach Jerusalem gekommen waren, um ihre Verehrung für den Tempel zu bekünden, warum wird ihm die seltsame Funktion על הקינים zugewiesen? Das Wort müßte dann eine Bedeutung gehabt haben, die uns unbekannt ist. 13) Nicht recht verständlich ist das Amt des נחוניה חופר שיחין. Was hat dieses mit dem Tempel zu thun? Der jerusal. Talmud erklärt, dieser Nechunja habe eine eigene Kenntniß besessen, zu wissen, welcher Fels Wasser hervorquellen läßt, in welchem Felsen kleine Spalten sind und wie weit diese Spalten reichen. Vermittelst dieser Kenntniß wäre er im Stande gewesen,