Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Studien zur Aggadah
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 7)
- Language
- German
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172 Studien zur Aggadah. dieser Sammlung und der scharf begrenzten Eintheilung ihrer einzelnen Abschnitte die Uebersichtlichkeit des Ganzen wie der Details einen so deutlichen Einblick in die Vermerthuug und Anordnung des benutzten Materials versiattet, wie er auch nur annähernd auf diesem Gebiet sich nirgends mehr bietet. Die Anlage des Ganzen tritt klar hervor, die einzelnen haggadischeu Gebilde schimmern so durchsichtig hindurch, daß eine eingehende Charakterisirung der Pesikta schon an sich die Mühe lohnt, und zugleich für sämmtliche Midraschwerke lehrreich zu werden verheißt, da die einzelnen haggadischeu Bildungen hier in so klaren Umrissen erscheinen, daß man sie mindestens, als typische Formen der Auslegungshaggadah betrachten und verwerthen darf. Wie schon ein oberflächlicher Blick lehrt, ist die Pesikta derabbi Kahana') eine haggadische Bearbeitung liturgischer Bibelabschnitte. Sämmtliche Stücke, die zur Behandlung kommen, gehören unverkennbar dem synagogalen Ritual an, ebenso sehr die pentateuchischen Perikopen für die Festtage und ausgezeichneten Sabbathe, wie die prophetischen Lektionen für die Trauer- und Trostsabbathe. Die uns vorliegende Pesikta, wie sie uns von den! hochverdienten Buber in einer trefflichen Ausgabe erschlossen worden, gliedert sich ganz deutlich in drei unterschiedliche Partien, welche, bei aller Uebereinstimmung im *) Der Grund für diesen Namen ist wol nur darin zu suchen, daß die prophetischen Piskoth ursprünglich an der Spitze des Buches gestanden, und da diese mit nns ר' אבא בר בהנא beginnen, hat man den Namen des R. Abba bar Kahana auf das Ganze übertragen, wie bereits Buber Einleitung S. IV bemerkt hat. Demnach müßte der Name lauten: Pesikta derabbi Abba bar Kahana. Daß Rab Kahana, der Schüler Rab's, mit unserer Pesikta nichts zu schaffen habe, braucht kaum noch gesagt zu werden. Biel richtiger wäre es, das Buch, um es von anderen gleichen Namens zu unterscheiden, als Bubersche Pesikta zu bezeichnen, da wir seine Wiederherstellung allein der Energie und Sachkenntniß dieses Gelehrten verdanken. —