Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Studien zur Aggadah
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Studien zur Aggadah. 171 Kompilationen System und Einheit zu bringen, — zu ermitteln und aufzuklären, dürfte keine besondere Schwierigkeit bieten; wir brauchen nur dazu die einzelnen Bücher nach ihren Bestandtheilen, ihren Gruppirungsformen zu zergliedern, und ihren architektonischen Aufbau, insoferne hier von einer Architektonik die Rede sein kann, klar zu stellen. Falls es von solchen Gesichtspunkten aus dann weiter gelingen sollte, diese Be standtheile wiederum in ihre letzten Elemente aufzulösen und die sprachlichen, wie stylistischen Besonderheiten der einzelnen Mosaikstücke desselben Buches nachzuweisen und zu fixiren, wobei die angeführten Autoren und die eigenthümliche Färbung und Schreibweise ihrer Namen einer kritischen Sichtung und Erwägung unterzogen werden müßten, so wird auch sicherlich auf die benutzten Grund» schriften einiges Licht fallen; jedenfalls aber werden wir im Stande sein, über die Priorität oder die Abhängigkeit der einzelnen Midraschwerke von einander nach festen Prinzipien zu urtheilen. Vielleicht ist damit der feste Punkt gegeben, an dem man erfolgreich den Hebel einsetzen kann, um das schwierige Ute* rargeschichtliche Problem, wie es uns die spröde haggadische Litte׳ ratur bietet, einer Lösung näher zu führen. Der Versuch einer solchen Analyse soll jetzt an der Pesikta derabbi Kah a n a vorgenommen werden, indem wir dieselbe vornehmlich auf ihre Methode und Tendenz hin prüfen wollen. In diesem Buch scheint uns eine der Pforten geöffnet, durch welche man auf den Weg zum Verständniß dieser ganzen Litteraturgattung gelangen dürfte. Kaum kann man sich des Eindrucks erwehren, daß es mit seiner Manier, zusammenzustellen und zu ordnen, einen maßgebenden oder doch erheblichen Einfluß auf die weitere Entwicklung unserer Auslegungshaggadah geübt hat. Aber selbst wenn dieser Eindruck trügen sollte, wen» man der Pesikta eine solche Bedeutung und Priorität nicht zugestehen will, so steht doch unzweifelhaft fest, daß bei dem geringen Umfang