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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1885-01-01 · Heft 4 · p. Seite 164

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
34 (1885)
Issue
Heft 4
Article
Über die Erbauungs- und Unterhaltungslectüre unserer Altvorderen
Date
1885-01-01
Page
Seite 164 (sequence 20)
Language
German
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Ueber die Erbauungs- und Unterhalt« ngslectüre 164 statthaft, hinter dem es in Anlage und Verfolgung der Tendenz, i sowie in Ansehung der Diction zmücksteht, vor dem es aber den! ' Aoxzug der größeren Kurzweiligkeit hat. 1 Seinen Inhalt bildet die biblische Erzählung von Josephs : 1 Kindheit an bis zur Vorstellung Jakobs bei Pharao, in der;! Weise, wie älterer und jüngerer Midrasch und die spätere 3 Literatur überhaupt sie ausgelegt und ausgesponuen'). Eine Scene, j * * die, wenn Eigenthum des Verfassers, seiner Erfindungsgabe; * Ehre macht, hat mich tief ergriffen. Joseph, der von seinen ismaelitischen Herren schlecht behandelt wird, wirst sich an Rahels Grabe nieder und erfleht den Schutz seiner ״herzallerliebsten * Mutter", die ihm auch tröstend und ermuthigend aus der Gruft antwortet. Wer erinnert sich nicht des gewaltigen Bildes Jeremia's, c der die Ahnin bitterlich weinen läßt zu Namah um ihrer Kinder " willen, die von dannen gegangen! Allein, unser Dichter versteht * es nicht, seinen trefflichen Griff auch zu nutzen. Die Sprache Josephs und Rahels in dieser einzigen Situation hebt sich von!11 der sonstigen Diction des Stückes in Nichts ab. In diesem Falle hat Göthe Unrecht, wenn er sagt: ״Judensprache hat 11 etwas Pathetisches" *). Man wird eben erinnert, daß mau eine Komödie vor sich habe. Wir werden — nach unserem ® Geschmacke — das Stück eher ein Schauspiel nennen, als eins * Komödie — denn zu solchem wird das Stück nur durch das " Auftreten Pickelhärings, des Trägers des Burlesken und Diaj* bolischen, gestempelt. — Es ist ein Schaustück durch und durch! " Donner und Blitz, Engel und Pickelhäring, durch die Wüste ziehende Karawannen uno Pharao's glänzender Hof, ein redender ') Potiphars Frau Heist זליכה, was Schudt mit Selicha miedergiebt. Es ist natürlich die aus dem Koran bekannte Znleika. Bei Weise, der den arabisch-jüdischen Sagenkreis nicht genau kennt, heißt Potiphars Frau, gleich der des Haman: Seresch *) Gess. Schriften Bd. l3 S. 217.

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