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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1885-01-01 · Heft 4 · p. Seite 161

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
34 (1885)
Issue
Heft 4
Article
Über die Erbauungs- und Unterhaltungslectüre unserer Altvorderen
Date
1885-01-01
Page
Seite 161 (sequence 17)
Language
German
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unserer Mtv orderen. 161 Eisenmenger redivivus aus jüdischem Geschlechts hier mit als Beweis für die Anlage der Juden zum Meineid oder doch zum äußersten Grade der reservatio mentalis angeführt. Gestatten Sie mir. Ihnen eine bisher noch völlig unbekannte, auffallende Parallele zwischen anscheinend völlig beziehungslosen Kreisen anzuführen. Die Sage des 16. Jahrh. läßt Faust in Erfurt über den Homer lesen und die alten Helden seinen Hörern persönlich vorstellen, unter anderen den Polyphem, der nicht wieder zur Thüre hinaus will und ihnen gewaltigen Schrecken einjagt *). Und von dem Wunderhelden und Schöpfer der werkthätigen Kabbala, R. Jsak Lurja, erzählt die Sägers, er habe einst, dem stürmischen Verlangen seiner J1iug?r/ ein Wunder zu sehen, nachgebend, am Sabbathe Aron, den Hohepriester, als sw, Mose als לוי, die 3 Erzväter Joseph 1mj> König David zur Thorah aufrufen lassen. Dieser aber fa1tt tanzend hinein in die Synagoge, ähnlich, wie ers bei der ,!Überführung der Bundeslade that. Darüber lacht ein Jünger und verwirkt dadurch sein und seines Meisters Leben. Daß die Fabel für einen deutschen Juden eine beliebte Unterhaltung sein mußte aus doppelten Gründen, leuchtet ein. Die Fabel hatte durch Bibel und Talmud einer., durch ״Reinhard Fuchs" andererseits sich im deuschen Judenthume ihr Heimatsrecht erworben. Daß unsere Altvorderen Interesse an der Geschichte ihres Stammes hatten, ist selbstverständlich. Es wurde ihnen darum Josippon und die ״Zuchtruthe Juda's" übertragen. Die Fabeln des Daniten Eldad über die zehn Stämme und der wahre Bericht über die Juden in Kochin: Beides regte ihre ') Scherer: Geich, d. deutsch. Litt. S. 301. ’) Rödelheimer Ausgabe des Wpa-Buches. Vergl. Grünbaum: W.-deutsche Chrestomathie <Lpzg. 1882) S. 387. «ra-tz-xraskl, M»»at«schrtft niiT *. II

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